Vortrag

Flusser’s Kunst, oder: was wir noch von ihm lernen können


Vilém Flusser gilt als heterogener Denker, dessen umfangreiches Werk nicht nur vielseitig, sondern auch vielschichtig ist: Während er in seiner langjährigen Heimat Brasilien als Schriftsteller und Kommunikationswissenschaftler erinnert wird, ist er im deutschsprachigen Raum eher als Kritiker und Vordenker der sogenannten Neuen Medien bekannt. Im angelsächsischen Raum wiederum wurde er vor allem über seine Kunstkritiken in den Magazinen Artforum und Leonardo wahrgenommen, und in seinen zahlreichen unpublizierten Texten erscheint er wieder anders – nämlich als Phänomenologe und waghalsiger Philosoph. Offensichtlich gibt es einen Zusammenhang zwischen seiner Rezeption und den jeweiligen Publikationsmöglichkeiten. Oder lassen sich die unterschiedlichen Sichtweisen auf sein Werk möglicherweise doch auf einen gemeinsamen Kern hin zurückverfolgen? In dem Vortrag wird diesem Gedanken nachgegangen und Flusser zudem selbst als Künstler skizziert.

Dr. phil. M.A. Marcel René Marburger, studierte Kunstgeschichte, Germanistik und Philosophie an der Universität zu Köln und promovierte über die kunsttheoretische Relevanz der Schriften Vilém Flussers. Er war wissenschaftliche Hilfskraft an der Kunsthochschule für Medien in Köln, Kurator der Simultanhalle in Köln, Lehrbeauftragter an der Hochschule für Bildende Künste Dresden, Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Potsdam, sowie Forschungsangestellter an der Universität der Künste Berlin. Von 2007 bis 2010 übernahm er die wissenschaftliche Leitung des _Vilém_Flusser_Archivs und initiierte gemeinsam mit Siegfried Zielinski und dem Berliner Medienkunstfestival TRANSMEDIALE den Vilém-Flusser-Theory-Award. Zurzeit ist er Lehrbeauftragter am Fachbereich Design der Fachhochschule Dortmund sowie Lehrbeauftragter an der Universität der Künste Berlin. Seit 2005 ist er Mitherausgeber der International Flusser Lectures. 2011 gründete er den Verlag Edition.


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