Kunstausstellung · Fotografie Ausstellung

Florian Herzog - Leerzeichen


Auf den ersten Blick leere, heruntergekommene Räume, im Grunde nichts Besonderes, bis man sie beginnt zu lesen. Diese Gegenstände, Lebensspuren der „leeren“ Orte, geben Hinweise auf das Geschehene.

Auf den ersten Blick leere, heruntergekommene Räume, im Grunde nichts Besonderes, bis man sie beginnt zu lesen. Lebensspuren kennzeichnen den Lebensraum und geben ihm eine Identität. Der Raum ist eine Bühne und hinterlassene Dinge übernehmen als Requisiten die Hauptrolle.

"Ich begann 2002 leerstehende Behausungen zu entdecken. Dazu drang ich in Häuser ein und fing die eigenartige und 'unheimliche' Ästhetik der verlassenen Orte ein." Man wird zum Einbrecher und Spion, der das einst private Leben und Umfeld anderer Bewohner streift und die Hinterlassenschaften ausforscht. "Ich betrete nicht einfach verlassene Gebäudeobjekte sondern vielmehr „Sozio-und Bio-Sphären“ und hinterfrage die vielschichtigen Geschichten zurückgebliebener Sachen." Wenn Dinge und Umgebung von Lebewesen so durchlebt werden, dass sich ihre räumliche Existenz durch sie hindurch erweitert und vervielfältigt, entstehen beseelte Lebensräume. Man spürt die Aura, zu der Raum, Zeit und Lebewesen verschmolzen sind.

"Ich fotografiere das allzu Individuelle und Zufällige, das sich in den herumliegenden Dingen manifestiert. Aufgrund dieser Relikte lässt sich die zeitgeschichtliche Art der Nutzung von Räumen definieren." Manche Dinge, die erst gebraucht und danach zurückgelassen wurden, erscheinen zweckentfremdet und werden dadurch zu Zeugen eines Tatbestandes. So kommt es zu einer Auseinandersetzung mit den, auf den ersten Blick, banalsten Situationen. Der gegenständliche Lebensraum wird zu einem medialen, der all diese Dinge zu einem Sinnganzen verbindet.

Diese Gegenstände, Lebensspuren der „leeren“ Orte, geben Hinweise auf das Geschehene.

"So wie ich Filme lang belichtet habe, sollte sich der Betrachter auch länger mit einem Raum beschäftigen, da die visuelle Spurensuche nur langsam und nur mit viel Geduld möglich ist. Lebensräume haben viele Zeit- und Raumschichten, die nur in den Lebewesen und in den Lebensspuren selbst gespeichert sind."
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