Tanz · Theater

Florentina Holzinger - Apollon



Mit schwarzem Humor, Elementen der Zirkus-Freakshow und der 1960er-Jahre-Live-Art bewaffnet erobern sechs nackte Frauen George Balanchines gleichnamiges neoklassisches Ballett aus dem Jahr 1928 und zielen auf den neoliberalen Körperkult und dessen voyeuristische Mechanismen.

„Sie zitieren Balanchine in einer ironischen Feier der Schönheit. Die Lyra wird zum Henkersbeil, der Gott ist ein Rodeo-Stierautomat und den Weg zum Parnass beschreiten sie in einer mit Dildos verknüpften Polonaise, garantiert nicht unplugged. Ein überlegen kluger, angstfreier, grandioser Abend.“ Egbert Tholl/Süddeutsche Zeitung

Florentina Holzinger kennt keine Berührungsängste, wenn es darum geht, ungewöhnliche Genres neu zu remixen. Seit 2011 bereichert sie die internationale Performanceszene mit schwindelerregender Akrobatik, muskulösen Frauenkörpern und Martial-Arts-Kampfszenen – popkulturelle Referenzen und ein Faible für Trash kommen dabei nicht zu kurz. In ihrer neuesten Arbeit Apollon erobern sechs nackte Frauen George Balanchines gleichnamiges neoklassisches Ballett aus dem Jahr 1928, das vom Gott der Künste und seinen drei Musen handelt. Holzinger und ihre Kolleginnen haben jedoch anderes im Sinn, als um den Posterboy des Olymp zu tänzeln. Sie sind selbst die Stars dieser Show. Dabei haben sie teils bizarre und waghalsige Tricks auf Lager. Mit schwarzem Humor und Elementen der Zirkus-Freakshow und der 1960er-Jahre-Live-Art bewaffnet zielen die Performerinnen auf den neoliberalen Körperkult und dessen voyeuristische Mechanismen. Sie werfen in Spitzenschuhen und mit olympischen Gewichten auf ihren Schultern den eitlen Gott von seinem Thron auf dem Parnass.

In einigen Szenen der Performance Apollon kommen selbstverletzende Handlungen zur Darstellung, die auf manche Zuschauer_innen eine verstörende Wirkung haben könnten.

Konzept und Performance
Florentina Holzinger

mit
Renée Copraij, Evelyn Frantti, Florentina Holzinger, Annina Lara Maria Machaz, Xana Novais, Maria Netti Nüganen

Sound Design
Stephan Schneider
Dramaturgie
Sara Ostertag & Michele Rizzo
Bühnenbild
Nikola Knežević
Coaching
Btissame Amadour
Beratung
Manu Scheiwiller & Fernando Belfiore
Technische Leitung
Bram Geldhof, Anne Meeussen & Maarten Van Trigt

Florentina Holzinger
(geb. 1986 in Wien) hat Choreografie an der School for New Dance Development (SNDO) in Amsterdam studiert. Sie spielt in all ihren Arbeiten bewusst mit der Grenzverschiebung zwischen Hochkultur und Entertainment. Kein Applaus für Scheiße (2011), die erste gemeinsame Arbeit von Florentina Holzinger und Vincent Riebeek, brachte den beiden auf Anhieb den Ruf als „provokanteste Nachwuchschoreograf_innen“ ein.

Kurz danach folgte Florentina Holzingers Solo Silk, für das sie bei lmPulsTanz 2012 den Prix Jardin d’Europe gewonnen hat. Neben weiteren Zusammenarbeiten mit Riebeek (Spirit, Wellness und zuletzt Schönheitsabend) zeigte Holzinger 2015 auch das Solo Recovery, in dem sie das Trauma eines schweren Unfalls, den sie bei einer Performance erlitten hatte, verarbeitete.


Aktuelle Termine

  • Do., 22.02.2018

    19:30
  • Fr., 23.02.2018

    19:30
  • Sa., 24.02.2018

    19:30