Theater

Floh im Ohr


„Die Figuren meiner Stücke stelle ich mir bildlich vor – und zwar nicht nur ihr Aussehen, sondern ihren Ausdruck, wenn sie die Szene betreten und die Türe öffnen …“: Feydeau setzt in seinem 1907 uraufgeführten Feuerwerk der Pointenmechanik seine Figuren wie Marionetten in Bewegung, zugespitzt durch Elfriede Jelineks sprachlich brilliante Übersetzung.

Verwechslungen. Anonyme Briefe. Ein eifersüchtiger Spanier. Ein Mann mit Sprachfehler. Überraschungseffekte beim Rendezvous. Hosenträger.
Ohrfeigen ohne Zahl. Sprünge in der Ehe. Seitensprünge aus der Ehe. Überpotenz und Impotenz: Elementarteilchen einer schwindelerregenden Farce, deren Plot sich unmöglich in einem einigermaßen klaren Bericht zusammenfassen lässt. Die ganze Welt ist ein Bordell, und alle Frauen und Männer Huren und Freier – könnte man jedoch, ganz frei nach Shakespeare, als Motto über dieses Stück setzen.

„Die Figuren meiner Stücke stelle ich mir bildlich vor – und zwar nicht nur ihr Aussehen, sondern ihren Ausdruck, wenn sie die Szene betreten und die Türe öffnen …“: Feydeau setzt in seinem 1907 uraufgeführten Feuerwerk der Pointenmechanik seine Figuren wie Marionetten in Bewegung, zugespitzt durch Elfriede Jelineks sprachlich brilliante Übersetzung. Das Personal: Kleinbürger, die sich nach dem großen erotischen Abenteuer sehnen. Die, während sie mit dem Kopf bereits im Plüsch ersticken, mit den Beinen noch munter zappeln. Wie von einem Wirbelsturm werden sie erfasst, in die Luft geschleudert – über sich selbst hinaus, über ihre beengte Welt, und schließlich hinweggefegt. „Wie immer bei Feydeau zeichnet sich im ersten Akt die Gefahr eines Ehebruchs ab, die sich im zweiten Akt drastisch erhöht und am Ende des Stücks plötzlich wieder verflogen scheint. Doch der gleich eingangs unterstellte Seitensprung des Protagonisten Monsieur Chandebise findet hier niemals statt, bleibt vielmehr bis zuletzt ein bloßer ‚Floh im Ohr‘ seiner Frau Raymonde.“ (Wolfram Nitsch)

(La Puce à l‘oreille)
von Georges Feydeau
Komödie in drei Akten
Deutsch von Elfriede Jelinek

Regie: Stephan Müller
Bühne: Siegfried E. Mayer
Kostüme: Carla Caminati
Musik: Fabian Kalker
Dramaturgie: Hans Mrak

Besetzung:

Victor-Emmanuel Chandebise/Poche Till Firit
Camille Chandebise Matthias Mamedof
Romain Tournel Patrick O. Beck
Dr. Finache Roman Schmelzer
Carlos Homenides de Histangua Ronald Kuste
Augustin Ferraillon Alexander Lhotzky
Etienne Jan Sabo
Rugby N.N.
Baptistin Erwin Ebenbauer
Raymonde Chandebise Susa Meyer
Lucienne Homenides de Histangua Martina Stilp
Antoinette Andrea Bröderbauer
Eugenie Fanny Krausz


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