Theater

Flammende Reden, brennende Plätze


Die Münchner Regisseurin Ana Zirner, die mit ihrer dokumentarischen Inszenierung brothers in arms über junge Männer im Iran und in Israel international für Furore sorgte, untersucht mit Flammende Reden, brennende Plätze den individuellen Antrieb, Teil einer politischen Bewegung zu sein.

Es wirkt wie eine Kettenreaktion. In den letzten Jahren haben öffentliche Proteste und ihre mediale Wirksamkeit stark zugenommen. Menschen gehen zu Tausenden auf die Straße. AktivistInnen inszenieren aufsehenerregende Aktionen. Virtuelle Gruppen formieren sich, um Widerstand zu artikulieren und Visionen zu entwickeln. Dabei kann es um ein Bekenntnis auf einer Internetplattform gehen, aber auch um äußerst mutiges Engagement bis zum Einsatz des eigenen Lebens für Menschenrechte und die Zukunft unseres Planeten. Die Grüne Bewegung im Iran, die Jasmin-Revolution in Tunesien, die Proteste auf dem Tahrir Platz in Ägypten, dem Puerta de Sol in Spanien, die Occupy Bewegung in vielen Metropolen weltweit, die Regenschirm-Revolution in Hongkong, die Studentenproteste in Chile sowie WikiLeaks, Whistleblower und viele mehr folgten dem Glauben an eine globale Gemeinschaft, eine historische Zäsur und die Umkehrung der Machtverhältnisse. Immer sind es einzelne Individuen, die gemeinsam mit anderen einen Stein ins Rollen bringen und durch die Kraft der Masse bestärkt werden.

Die Münchner Regisseurin Ana Zirner, die mit ihrer dokumentarischen Inszenierung brothers in arms über junge Männer im Iran und in Israel international für Furore sorgte, untersucht mit Flammende Reden, brennende Plätze den individuellen Antrieb, Teil einer politischen Bewegung zu sein. Anhand der Geschichten von ProtagonistInnen internationaler Protestbewegungen und ihres außergewöhnlichen Engagements soll beispielhaft von der Entstehung einer Bewegung und der Kraft der Masse erzählt werden, von Euphorie und Überzeugung, vom Risiko, aber auch vom Alltag im Widerstand. Auf Basis intensiver Recherche und Interviews entsteht eine dokumentarische Theaterperformance, die von konkreten, sehr persönlichen Erfahrungen berichtet und zugleich die überindividuelle Energie von Massenbewegungen einzufangen versucht – auch deshalb, weil sich der Impuls des politischen Engagements vielleicht in unser Leben übertragen lässt.

mit
Swintha Gersthofer, Pascal Groß, Marion Reiser, Jan Walter

Regie
Ana Zirner

Ausstattung
Franziska Bornkamm


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