Vortrag

Filmpräsentation: Aspangbahnhof 1941. Geschichte einer Frauenfreundschaft


Zwischen 15. Oktober und 2. November 1941 wurden 5.000 ÖsterreicherInnen von Wien ins Getto Litzmannstadt (Łódź) verschleppt. Fünf Transporte brachten die Menschen vom Aspangbahnhof im 3. Wiener Gemeindebezirk nach Radegast, dem Bahnhof von Łódź. Sie wurden im bereits überfüllten Getto Litzmannstadt unter unvorstellbaren Bedingungen untergebracht. Im Getto herrschten Hunger und Kälte, viele überlebten den Winter 1941/42 nicht. Die Mehrheit der aus Wien deportierten Frauen, Männer und Kinder wurde im Mai 1942 im Vernichtungslager Kulmhof (Chełmo) ermordet, die anderen mit der Schließung des Gettos im August 1944 nach Auschwitz deportiert. Nur 34 der aus Wien nach Łódź verschleppten Menschen überlebten die nationalsozialistische Diktatur. Unter den Überlebenden waren Hella Fixel und Grete Feldsberg, zwei etwa zwanzigjährige Wienerinnen, die ebenfalls alle deportierten Familienangehörigen verloren. Auf sich alleingestellt, lernten sie einander im Viehwagon nach Auschwitz kennen.

Angelika Brechelmacher und Martina Aichhorn verweben in ihrem Film die lebensgeschichtlichen Interviews mit Hella Fixel und Grete Stern, geb. Feldsberg, zu einer gemeinsamen Erzählung, die von Überlebensstrategien im Getto Litzmannstadt, lebensrettenden Zufällen, Unterstützung durch polnische jüdische Gefangene, Auschwitz, Zwangsarbeit, der Rettung durch die russische Armee und der Rückkehr nach Wien 1945 erzählt, wo die beiden jungen Frauen ohne fremde Hilfestellung einen Neuanfang wagen.

Ausschnitte aus dem Film werden in der Ausstellung „Post41. Berichte aus dem Getto Litzmannstadt“ präsentiert, die noch bis 6. März 2016 im Jüdischen Museum Wien zu sehen ist.

Um Anmeldung wird gebeten, Tel.: 535 04 31-110 oder E-Mail: [email protected]

Einlass 18:45 Uhr

Eintritt frei


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