Diverses · Literatur

Festrede zu Jeannie Ebner von Petra Ganglbauer


Begrüßung
Andreas Mailath-Pokorny

Einleitung
Julia Danielczyk

Festrede
Petra Ganglbauer

Die Festrede „Jeannie Ebner – Die Unbeugsame“ wird 2018 von der Autorin Petra Ganglbauer gehalten. Sie feiert Jeannie Ebner, deren Geburtstag sich heuer zum 100. Mal jährt.

Die Schriftstellerin, Übersetzerin und Herausgeberin Jeannie Ebner gilt als prägende Exponentin der österreichischen Nachkriegsliteratur und bedeutende Förderin von Nachwuchsautorinnen und -autoren (unter ihnen Thomas Bernhard und Christine Lavant). Ebners eigenes literarisches Werk ist jedoch weitgehend in Vergessenheit geraten und nur noch antiquarisch erhältlich.

Petra Ganglbauer setzt sich in ihrer Rede mit den zahlreichen Funktionen Ebners auseinander: mit ihrer Rolle als Herausgeberin, als Förderin sowie als kultur- und gesellschaftspolitisch engagierte Schriftstellerin. Sie blickt aber auch auf die Darstellung von Frauen in Ebners Werk sowie auf deren eigene Positionierung als Künstlerin und die damit verbundenen Schwierigkeiten. Die Rede erscheint als fünfter Band der Schriftenreihe „Autorinnnen feiern Autorinnen“ im Mandelbaum Verlag.

„Autorinnen feiern Autorinnen“ findet seit 2014 im Rathaus statt. Die Kulturabteilung der Stadt Wien beauftragt jedes Jahr eine Autorin, eine Rede zu Ehren einer bedeutenden (verstorbenen) Wiener Schriftstellerin zu verfassen und diese öffentlich vorzutragen.

Jeannie Ebner wurde 1918 in Sydney geboren, 1920 zog ihre Familie nach Wiener Neustadt. Ebner studierte Bildhauerei an der Kunstakademie in Wien. Ihre erste Publikation „Die Maschinenstadt“ erschien 1948 in der Zeitschrift „Der Basilisk“, weitere Texte wurden in Anthologien, u.a. in „Stimmen der Gegenwart“ publiziert. 1952 erschien ihr erstes Buch „Gesang an das Heute. Gesichte, Gedichte, Geschichten“ in der Reihe „Junge österreichische Autoren“, ihr erster Roman „Sie warten auf Antwort“ wurde 1954 veröffentlicht. Nach dem Tod von Gerhard Fritsch 1969 war sie alleinige Herausgeberin von „Literatur und Kritik“. Jeannie Ebner war auch als Übersetzerin aus dem Englischen tätig und engagierte sich in zahlreichen Organisationen. Sie war Gründungsmitglied und Vizepräsidentin der IG Autorinnen Autoren sowie vieler anderer Interessengemeinschaften. Ebner starb 2004 in Wien. Ihr literarischer Nachlass befindet sich in der Wienbibliothek im Rathaus.

Petra Ganglbauer wurde 1958 in Graz geboren und lebt heute in Wien und im Burgenland. Sie unternahm ausgedehnte Projektreisen u.a. nach Südamerika, Vietnam, Irland, Bulgarien, Italien und in die Mongolei. Ganglbauer ist freie Autorin, Journalistin, Herausgeberin und Radiokünstlerin sowie Präsidentin der Grazer Autorinnen Autorenversammlung, Vizepräsidentin des Instituts für Interaktive Raumprojekte und Leiterin des Lehrgangs Wiener Schreibpädagogik (2012 bis 2017). Die Autorin schreibt Lyrik, Prosa, Essays, Wiener Vorlesungen zur Literatur und hat zahlreiche Bücher herausgegeben. Petra Ganglbauer verfasste Hommagen auf Else Lasker-Schüler und Veza Canetti, Hörstücke für Kunstradio, zu ihren jüngsten Publikationen zählen: Textpart für „71 oder der Fluch der Primzahl“ (Regie: Peter Wagner. Uraufführung Parndorf, 2017), „Wie eine Landschaft aus dem Jahre Schnee“ (2017), „Zur Lage“ (2018), „Mit allen Sinnen. Ein Graz Buch“ (2018).


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