Kunstausstellung

Feste Feiern


Das Kunsthistorische Museum feiert 2016 ein Jubiläum: Vor 125 Jahren, am 17. Oktober 1891, wurde das neu errichtete Gebäude an der Wiener Ringstraße eröffnet. Aus diesem Anlass findet eine große Sonderausstellung zum Thema »Festkulturen« statt, an der sich alle Sammlungen des Hauses beteiligen und die durch Leihgaben aus nationalen und internationalen Sammlungen bereichert wird.

Dargestellt werden verschiedene Aspekte jener Festkulturen, die sich in Europa vom Spätmittelalter und der Renaissance bis ins 18. Jahrhundert bei Hof, in der Stadt und auch in ländlichen Kontexten herausgebildet haben. Im Zentrum der Ausstellung steht das Festmahl mit Essen, Trinken, Tanzen und Musizieren, und zwar insbesondere mit Blick auf habsburgische Residenzen. Die anschließenden Räume werden Festen auf öffentlichen Plätzen gewidmet sein (etwa Einzügen und Turnieren), die anlässlich von Krönungen, Hochzeiten, Geburtstagen, aber auch zur Zeit des Karnevals, bei Kirchweihen oder auf Märkten abgehalten wurden und durch Verkleidungen und Rollenspiele die Gesetze des Alltags vorübergehend außer Kraft setzten.

Doch was lässt sich von solchen ephemeren Festen ausstellen? Vor allem das, was übrig blieb – zum Beispiel Requisiten und Schaustücke, die sich in den verschiedenen Sammlungen des Kunsthistorischen Museums erhalten haben, darunter etwa das einzigartige, noch nie gezeigte riesige Tischtuch, das Kaiser Karl V. anlässlich eines Ritterfestes 1527 in Auftrag gab, oder ein sogenannter Trinkstuhl aus dem 16. Jahrhundert, der seine Gäste solange gefangen hielt, bis sie ein »Willkomm-Glas« geleert hatten. Zu diesen kostbaren oder kuriosen Dingen kommen bildliche Darstellungen realer und imaginärer Feste hinzu, von Krönungsfeierlichkeiten und Bruegel’schen »Bauernfesten« bis hin zur Fête galante, einer Bildgattung des 18. Jahrhunderts, deren festlich gekleidete Figuren sich in informeller Weise durch weitläufige Parklandschaften bewegen.


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