Theater

Ferdinand und Eurydike


Der Vorherige hatte Orpheus geheißen. Netter Kerl eigentlich. Hübsch. Toller Künstler. Extrem guter Sänger. Aber letztlich halt doch ein Versager. Ja, nein, Entschuldigung, „Versager“ ist nicht der richtige Ausdruck. Ein Gockel. Ein Bewunderungs-Junkie. Total darauf fixiert, dass ihn immer alle anhimmeln sollten. Andauernd dieser verhungerte, gierige, nach Beifall heischende Blick: „Na, wie bin ich, Eurydike?“ Sie hatte es einfach nicht mehr ausgehalten. Also gut! Um ehrlich zu sein: es gab schon seit längerer Zeit einen Anderen. Ferdinand. Ferdinand war Briefträger. Nichts ernstes ursprünglich. Eine kleine Affäre. Sie hatte sich halt mit ihm eingelassen, als Orpheus wieder einmal weg war; auf einer seiner ewig langen Welt-Tourneen. Aber als Eurydike dann echt in die Krise geraten war, und Orpheus sich schon wieder total daneben benommen hatte, bat sie Ferdinand um Hilfe: „Hol mich bitte hier raus!“ Na, und Ferdinand nutzte seine Chance.

Spiel: Verena Vondrak und Hubertus Zorell
Bühne: Michaela Zirg


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