Pop / Rock

Fennesz, Suso Saiz


GrillX

1010 Wien - Innere Stadt, Petersplatz 1

Mi., 09.12.2020

20:30
Corona-Virus: Ab 29. Mai sind Veranstaltungen bis 100 Personen wieder erlaubt. Ab 1. Juli bis 250 Personen, ab 1. August für 500 bis 1.000 Personen. Sicherheitsregeln gelten weiterhin.

SUSO SÁIZ

Not many outside of Spain knew about Suso Sáiz’s music before 2016, only hardcore ambient fans and niche record collectors. Even in the country he was kind of forgotten, considering his extended career – not only as an experimental artist but also as a studio musician, record producer and film composer.

Everything changed in 2016, after the release of Odisea (Music from Memory), one of the hippest reissue labels of this decade. Odisea is a compilation of Suso’s earlier works dating from the 80s and 90s and a few unreleased tracks. This provoked a renewed interest in his music both in Spain and abroad, with younger audiences finding his ambient works palatable and fresh. A performing comeback ensued, with Sáiz appearing in concerts and festivals all around Europe and in 2017, a second album, Rainworks, this time with new compositions. This year has already been high yielding with two records already out: one in Music From Memory with the name Nothing is Objective and Inducing The Pleasure Dreams V2, a collaboration with multi-instrumentalist Justo Bagüeste published by Geometrik a cult record label from Spain, most known for publishing Esplendor Geométrico.

Sáiz’s early output has reached legendary status between record collectors and music nerds. His work as part of La Orquesta de las Nubes, an experimental collective of kindred spirits, the collective was infused with a particular philosophy: anything could be brought to the studio, and they did; from frying pans to bird lures to synthesizers, the output sounds original, vanguardist and very fun. Taking the context in which those albums were recorded (Spain was in the 6th year of his young democracy), those epithets fall a bit short. Later he collaborated with two towering figures, Steve Roach and Jorge Reyes, their collaborative project titled Suspended Memories released two haunting records blending ambient textures with tribal percussions and aboriginal chants.

But nostalgia is not something that can be associated with Sáiz, he is as active as ever, although much has changed from his recordings of the 80s, both in aspect and substance, his latest works sound pristine, contemporary, personal and hugely emotive. It seems he is still ripping the many fruits of the hard work spanning a career of forty years, consistently keeping his integrity, dedication, warmth and love for music to the highest standards.

Words by Jacobo García López de Araujo
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FENNESZ

Es war insbesondere der Hang zur Eigenwilligkeit, der Fennesz’ Karriereweg ab der Jahrtausendwende geebnet hat. Ursprünglich aus der experimentellen Rockschiene kommend hatte Fennesz in den 1990er Jahren die Klangerzeugung via Laptop entdeckt, um in der Folge auf bisher ungehörte Weise Gitarre und Laptop zu verschränken.

Fennesz ging es nicht um das stete Wummern satter Beats und um akzentuierte Riffs. Er baute atemberaubende Klangwelten elegischer und sphärischer Natur und entwickelte eine analog-digitale Musikästhetik mit ungemeiner Sogwirkung. Ein Sound, wie ein LSD-Trip. Das mit viel Definitionsmacht ausgestattete Onlinemusikmedium Pitchfork Media hat Fennesz kürzlich als den großen Romantiker der zeitgenössischen Elektronikmusik bezeichnet.
Wenig wahrgenommene Weltkarriere

Für den großen internationalen Durchbruch hat letztlich das 2001 erschienene Album „Endless Summer“ gesorgt, das aufgrund des undogmatischen Zugangs in der Sounderzeugung weltweit als Sensation gehandelt wurde und längst als stilprägender Klassiker des Genres gilt. Was folgte, war eine Weltkarriere, die mehr oder weniger abseits der österreichischen Öffentlichkeit stattfand.
Veranstaltungshinweis

Der gebürtige Burgenländer verlegte seinen Lebensmittelpunkt für viele Jahre nach Paris.
Mit dem US-amerikanischen Musiker Jim O’Rourke verbindet ihn eine jahrelange Arbeitsbeziehung, aber auch anerkannte Größen wie der ehemalige Japan-Sänger David Sylvian, der mittlerweile verstorbene Sparklehorse-Frontmann Mark Linkous und der japanische Komponist Ryuichi Sakamoto suchten in Form von Kooperationen die Nähe zur besonderen Soundästhetik von Fennesz, die auch in anderen Sparten Anklang findet.

Filmmusik wurde für Fennesz ebenso Thema wie Kompositionen für den Kunstbetrieb, wie etwa 2011 für eine Installation des New Yorker Künstlers Matthew Ritchie auf dem Wiener Schwarzenbergplatz.
Das Ende März 2019 erschienene Album „Agora“ bedeutet das erste Fennesz-Werk seit über fünf Jahren. Von der internationalen Kritik mit viel Lob überhäuft, bieten die vier überlangen Stücke des Albums den klassischen Fennesz-Sound: Schwerelos ins Nirgendwo schwebende Klangmuster, die ihre Spannung aus dem Wechselspiel zwischen latenter analoger Wärme und digitaler Präzision bezieht. Die Entstehung von „Agora“ war insbesondere durch die Reduktion der Produktionsmittel geprägt.

In einem offiziellen Statement zum Album schreibt Fennesz vom kurzzeitigen Verlust seiner gewohnten Studiosituation. Ein Umstand, der sich letztlich als sehr inspirierend erwiesen hat. Er war gezwungen mit seinen Gerätschaften ins private Schlafzimmer zu übersiedeln. Mit eingeschränkten Mitteln und lediglich mit Kopfhörern arbeitend, habe das improvisierte Arbeitsumfeld deutlich auf die Beschaffenheit des Albums abgefärbt, so Fennesz.

Die Lust am Minimieren hat letztlich so weit geführt, dass der Musiker selbst auf große Teile des ihm verbliebenen Equipments verzichtete. Der Intensität des Sounds hat das keinen Abbruch getan. Das britische Fachmagazin „The Wire“ bezeichnet das Album schlichtweg als hinreißend.