Pop / Rock

Fennesz/ JSBL


18 Uhr: JSBL 20 Uhr: Fennesz

Achtung: limitierte Platzkarten (gelten für beide Konzerte): Reservierung 2,-
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FENNESZ

Es war insbesondere der Hang zur Eigenwilligkeit, der Fennesz’ Karriereweg ab der Jahrtausendwende geebnet hat. Ursprünglich aus der experimentellen Rockschiene kommend hatte Fennesz in den 1990er Jahren die Klangerzeugung via Laptop entdeckt, um in der Folge auf bisher ungehörte Weise Gitarre und Laptop zu verschränken.

Fennesz ging es nicht um das stete Wummern satter Beats und um akzentuierte Riffs. Er baute atemberaubende Klangwelten elegischer und sphärischer Natur und entwickelte eine analog-digitale Musikästhetik mit ungemeiner Sogwirkung. Ein Sound, wie ein LSD-Trip. Das mit viel Definitionsmacht ausgestattete Onlinemusikmedium Pitchfork Media hat Fennesz kürzlich als den großen Romantiker der zeitgenössischen Elektronikmusik bezeichnet.
Wenig wahrgenommene Weltkarriere

Für den großen internationalen Durchbruch hat letztlich das 2001 erschienene Album „Endless Summer“ gesorgt, das aufgrund des undogmatischen Zugangs in der Sounderzeugung weltweit als Sensation gehandelt wurde und längst als stilprägender Klassiker des Genres gilt. Was folgte, war eine Weltkarriere, die mehr oder weniger abseits der österreichischen Öffentlichkeit stattfand.
Veranstaltungshinweis

Der gebürtige Burgenländer verlegte seinen Lebensmittelpunkt für viele Jahre nach Paris.
Mit dem US-amerikanischen Musiker Jim O’Rourke verbindet ihn eine jahrelange Arbeitsbeziehung, aber auch anerkannte Größen wie der ehemalige Japan-Sänger David Sylvian, der mittlerweile verstorbene Sparklehorse-Frontmann Mark Linkous und der japanische Komponist Ryuichi Sakamoto suchten in Form von Kooperationen die Nähe zur besonderen Soundästhetik von Fennesz, die auch in anderen Sparten Anklang findet.

Filmmusik wurde für Fennesz ebenso Thema wie Kompositionen für den Kunstbetrieb, wie etwa 2011 für eine Installation des New Yorker Künstlers Matthew Ritchie auf dem Wiener Schwarzenbergplatz.
Das Ende März 2019 erschienene Album „Agora“ bedeutet das erste Fennesz-Werk seit über fünf Jahren. Von der internationalen Kritik mit viel Lob überhäuft, bieten die vier überlangen Stücke des Albums den klassischen Fennesz-Sound: Schwerelos ins Nirgendwo schwebende Klangmuster, die ihre Spannung aus dem Wechselspiel zwischen latenter analoger Wärme und digitaler Präzision bezieht. Die Entstehung von „Agora“ war insbesondere durch die Reduktion der Produktionsmittel geprägt.

In einem offiziellen Statement zum Album schreibt Fennesz vom kurzzeitigen Verlust seiner gewohnten Studiosituation. Ein Umstand, der sich letztlich als sehr inspirierend erwiesen hat. Er war gezwungen mit seinen Gerätschaften ins private Schlafzimmer zu übersiedeln. Mit eingeschränkten Mitteln und lediglich mit Kopfhörern arbeitend, habe das improvisierte Arbeitsumfeld deutlich auf die Beschaffenheit des Albums abgefärbt, so Fennesz.

Die Lust am Minimieren hat letztlich so weit geführt, dass der Musiker selbst auf große Teile des ihm verbliebenen Equipments verzichtete. Der Intensität des Sounds hat das keinen Abbruch getan. Das britische Fachmagazin „The Wire“ bezeichnet das Album schlichtweg als hinreißend.


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