Theater

Faustin Linyekula - Histoire(s) du Théatre


Kunst ist nicht nur Kunst, sondern immer auch Macht. Oder Ohnmacht. Das Stück Histoire(s) du Théâtre II des kongolesischen Choreografen Faustin Linyekula konnte 2019 während der Wiener Festwochen aufgrund von Visa-Komplikationen nicht gezeigt werden. Aufführungsgeschichte und Inhalt der Produktion korrelieren. Untersucht doch die von NTGent-Intendant Milo Rau initiierte Serie Histoire(s) du Théâtre Produktionsbedingungen, Bildpolitiken und utopische Momente der Kunstform Theater.

Für den zweiten Teil der Serie fokussiert der international gefeierte Linyekula das 1974 von Diktator Mobutu Sese Seko gegründete Nationalballett von Zaire (der heutigen Demokratischen Republik Kongo) mit den Mitteln des dokumentarischen Theaters. Drei ehemalige Mitglieder des Ensembles befragen die Geschichte der am europäischen Kanon orientierten Institution. Sie erzählen von der Zeit im Ballett, versuchen sich diesen Tanz wieder anzueignen und zu verändern. Geschichte ist nie nur Vergangenheit, sondern immer auch Gegenwart: Wie werden nationale Identitäten konstruiert? Gibt es authentische, in sich abgeschlossene kulturelle Praktiken? Können Machtstrukturen mit Freiheit überschrieben werden?


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