Oper

Faust (Margarete)


Goethes Faust I als große Oper? Kann man all die in dem Werk des großen deutschen Dichters enthaltenen philosophischen Gedanken mit den Mitteln des Musikdramas überhaupt angemessen darstellen? Das mag sich das Publikum anlässlich der Uraufführung von Charles Gounods Opernversion 1859 am Pariser Théâtre Lyrique möglicherweise gefragt haben.

Doch der französische Komponist stellte, gemeinsam mit seinen versierten Textdichtern Jules Barbier und Michel Carré, einen anderen Aspekt des Dramas in den Mittelpunkt seines Werks: die sogenannte „Gretchen“-Tragödie. Aus diesem Grund – und auch, um eine Verwechslung mit Goethes Drama zu vermeiden – kennt man die Oper im deutschsprachigen Raum auch unter dem Titel Margarete.

Mit großem Gespür für Theatralik schildert Gounod das verzweifelte und ergebnislose Ringen Fausts nach Erkenntnis, das ihn in den Pakt mit dem Teufel treibt, sowie seine Verwandlung in einen jungen Mann und seine gierige Sucht nach Liebe. Angetrieben durch den dämonischen Mephistopheles stürzt er die von ihm begehrte Margarete ins Unglück und trägt letztendlich die Schuld an ihrem Tod.

Nach anfänglich zurückhaltenden Reaktionen entwickelte sich die Oper – dank Gounods geschickter Szenenführung, seines untrüglichen Sinns für alles Lyrische und Tänzerische, seines melodischen Einfallsreichtums und seiner vollendeten Instrumentationskunst – bald zu einem Welterfolg.

Oper von Charles Gounod . Dichtung von Jules Barbier und Michel Carré nach Johann Wolfgang Goethes "Faust I"

Musikalische Leitung Clemens Schuldt

Regie Urs Häberli

Bühne Thomas Dörfler

Kostüme Ursula Beutler


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