Theater

Faust 3 refisted - Ein Schöpfungskarussell



Eine Entwicklungsgeschichte von Josef Maria Krasanovsky.

BESETZUNG
Faust, ein Clown
Gerhard Lehner

Faust 3 ist eine Stückentwicklung: Keine fertig geschriebenes Stück, keine fixierten Texte, keine Rollen und keine vorhandene Form. Alles was am Anfang der Proben fest stand, war ein Thema und eine vage Vision des Abends, die ich den Schauspielern zu Beginn in ihre wunderbaren Köpfe schraubte.
Und dann begannen wir zu arbeiten: wir warfen unsere Gehirne an, suchten Texte, Musik, Kostüme und Rollen, die wir mit dem Thema verbanden, die Schauspieler sprangen entfesselt durch den Proberaum und ich zerbrach mir den Kopf, wie wir unseren Wahnsinn in eine Form bringen.
Diese Form der Arbeit ist für mich die Reinform von zeitgenössischer darstellender Kunst: ein Kollektiv, das sich Zentimeter um Zentimeter in ein Thema einarbeitet – keine Reproduktion von Texten, sondern eine lebendige Auseinandersetzung von Darstellern und Regie mit einem Thema.

Der Inhalt

Mit Faust 3 assoziieren wir auf die Themen von Faust. Keine Geschichte sondern Inhalte.
Ein Theater-LSD-Trip durch das Universum von Goethe.
Welche Fäden des Fauststoffes ziehen sich bis in die Gegenwart? Was zünden die beiden Dramen von Goethe heute noch in uns an?

Die ewige Unzufriedenheit von Faust erschien uns lähmend.
Und so stellen wir ihr im ersten Teil des Abends etwas entgegen: nämlich eine Schöpfung, die so reich und farbig ist, dass sie die ewige Grübelei des Menschen fast lächerlich erscheinen lässt. Das Meer, Passionsblumen, Hyperriesensterne, Wölfe, das menschliche Denken, die Liebe … Warum zum Teufel quält der Mensch sich so?
Die Figur Faust irrt als blinder Clown durch die Schöpfung – unfähig ihr noch irgendetwas abzugewinnen. Der blinde Faust als Sinnbild einer Menschheit, die an nichts mehr glauben will.

Im zweiten Teil steigen wir in den Menschenkeller und werfen eine Walpurgisnacht-Maschine an: Hybris, religiöser Wahn, Identitätssuche, Nationalismus, Perversion und der Glaube an eine alles lösende Technik schwirren durch einen dadaistischen Hexenreigen. Faust überholt sich selbst und wirft sich aus dem Rennen.
Und letztlich kann ihn nur retten, was ihn immer rettet: Ein Akt der Gnade.

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