Kunstausstellung

Fanni Futterknecht - Wenn Farben auf Worten reiten/ Roland Wegerer - Ich bin kein Fisch


Von 13. April bis 8. Mai präsentiert die Ausstellungsbrücke im Landhaus St. Pölten eine Medienkunstschau mit Arbeiten von Fanni Futterknecht und Roland Wegerer. Zur Ausstellung „Wenn Worte auf Farben reiten – Ich bin kein Fisch“ spricht Dr. Christiane Krejs, Künstlerische Leiterin des Kunstraums Niederoesterreich und der Artothek Niederösterreich.

Fanni Futterknecht ist Video-, Installations-, Aktions- und Performancekünstlerin.



Ihre künstlerischen Anfänge liegen im
Bereich Videoinstallationen und führen über performative Interventionen im öffentlichen Raum bis hin zu szenischen
Performances für die Bühne. In ihren Arbeiten reflektiert sie soziale und philosophische Themen. Ausschlaggebend für die
Wahl einer bestimmten gesellschaftlichen Erscheinung ist ihr ästhetisches Potenzial. Fanni Futterknecht verwandelt reale
Beobachtungen in plastische Figuren und Szenen. Dabei geht es ihr nicht darum geistige oder emotionale Zustände zu
durchleben, zu analysieren oder zu verstehen, sondern ihnen eine fiktive, ästhetisch stilisierte Gestalt zu verleihen. Das
Ziel ihrer Untersuchungen ist gesellschaftliche Phänomene angreifbar und spürbar zu machen und ihre spezifische
Materialität zu erforschen. Im Zuge dieses Verwandlungsprozesses, der bis ins Traumhafte verlaufen kann, eröffnet sie
dem Beobachter einen faszinierenden Zugang zu vertrautem Boden.

Eine der Hauptarbeiten, die Fanni Futterknecht in der Ausstellung präsentiert, ist das Video „Across the White – An
imagination in colour, form, movement and sound“. Die Hauptrolle in diesem Video spielt die Farbe Weiß. Sie fungiert
symbolisch als Zustand der Leere und wird zum Ausganspunkt für eine klassische Geschichte um Rebellion, Ordnung,
Naivität und Stärke übersetzt in eine eigene Sprache aus Formen, Farben, Stimmen und Sound. Inspiriert ist das Projekt
von den Kunstfiguren der chinesischen Oper und untersucht das Verhältnis zwischen Bild und Narration.
Ergänzt wird die Videoarbeitet durch ein Objekt. Auch als Fortsetzung des Ursprungsvideos zu sehen, wird der aus dem
Video entnommene Satz „The silence of the White is gone“ durch die Künstlerin in eine dreidimensionale Form verwandelt.
Der Text manifestiert sich als ein angreifbares autonomes Objekt.



Roland Wegerers Arbeiten suchen sich förmlich selbst das richtige Medium.



Daher ist sein Werk durch eine große Breite
an Darstellungsformen von Video, Fotografie über Collage, Skulptur und Objekt bis hin zu Installation, Performance und
sogar Text gekennzeichnet. Im Gegensatz zu den vielen unbetitelten Werken in der zeitgenössischen Kunst, ist es Roland
Wegerer wichtig, dass sich seine Arbeiten aus dem Titel erschließen. Der Untersuchungsgegenstand ist jeweils die Natur
des Menschseins. Um dieser näher auf den Grund zu gehen, zieht er insbesondere alltägliche Situationen und
grundsätzliche Lebensfunktionen als Ausgangspunkte heran: Rituale, Verhaltensweisen, menschliche Begehrlichkeiten
sowie Bewegung, Atmen, Schauen und Sprechen. Wo stehen wir als Individuum in der Gesellschaft? Durch Verfremdung,
Persiflage oder Umkehr bringt der Künstler bewusst das Unmögliche zur Darstellung, um die Wahrnehmung auf das
eigentlich Mögliche oder „Normale“ zurückzuverweisen. Er macht sichtbar, was passiert, wenn der Mensch mit einem
Material, einem Element (Staub, Luft, Wasser etc.) oder einer Situation konfrontiert wird.
Dies kommt sehr schön in der Videoarbeit „Ich bin kein Fisch“ zum Ausdruck: „Im Aquarium taucht ein Kopf auf. Das
Gesicht ist leicht verzerrt und wirkt angestrengt. Irritierend ist die Bewegung der Luftblasen. Sie treiben nach unten. Was
wie ein Auftauchen aus der Tiefe scheint, bildet in Wirklichkeit den Moment des Untertauchens ab. Das Video, das den
Künstler Roland Wegerer bei wiederholten Tauchgängen zeigt, ist auf den Kopf gestellt und erzeugt über dem, auf
Augenhöhe fixierten Monitor die Illusion einer aus der Tiefe auftauchenden Person.“



Vernissage: Mittwoch, 13. April 2016 um 18:30 Uhr



Begrüßung: MMag. Katharina Prerovsky, Leiterin der Ausstellungsbrücke
Einführung: Dr. Christiane Krejs, Künstlerische Leitung Kunstraum Niederoesterreich und Artothek Niederösterreich
Eröffnung: Abgeordneter zum NÖ Landtag Christoph Kainz in Vertretung von Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll
Winzer: Weingut Mehofer


Vergangene Termine