Theater

Familienfeste (1 + 2 + 3)


Ein ganz besonderes Theaterereignis: ­Unter dem Themenbogen „Familienfeste“ untersucht der Regisseur Armin Holz die Urszene menschlichen Miteinanders, die Familie. Den Bogen schlägt er dabei mit Hilfe der Genres Drama, Erzählung und Operette.

Ibsens Gespenster & Virginia Woolfs Mrs Dalloway einerseits, die Paul Abraham-Operette Viktoria und ihr Husar andererseits sind sowohl als Einzelabende oder auch an speziellen Wochenenden gemeinsam zu sehen.

In Henrik Ibsens meistgespieltem Familiendrama sind die Gespenster die Wiedergänger einer verdrängten Vergangenheit: Erst als ihm zu Ehren zu seinem zehnten Todestag ein Kinderheim eröffnet werden soll und der todkranke Sohn Osvald aus Paris heimkehrt, enthüllt sich das menschenverachtende Leben des Kammerherrn Alving. Spät, vielleicht zu spät, entscheidet sich seine Witwe für die Wahrheit. Ibsens Drama mit seiner fast analytischen Vergangenheitsenthüllung wühlte eine ganze Generation von Schriftstellern, Künstlern bis hin zu Wissenschaftlern wie Siegmund Freud auf.

Clarissa Dalloway und ihr quasi-familiärer Bekanntenkreis haben an einem heiteren Junitag in London mit anderen Gespenstern ihrer Vergangenheit zu kämpfen. Ein Fest wird vorbereitet, und der Mann, der Clarissa einst liebte, den sie aber nicht heiraten wollte, hat sich angekündigt. Und der große Krieg ist gerade erst vorbei. Septimus Warren Smith hört noch die Stimmen der Gefallenen. Er hat Angst, nichts mehr fühlen zu können… Der innere Bewusstseinsstrom der Figuren wird mehr und mehr zur eigentlichen Handlungsebene in Virginia Woolfs berühmtester Erzählung.

Paul Abraham war einer der modernsten und erfolgreichsten Operettenkomponisten der Zwanziger Jahre. Die turbulente, fast dadaistische, vom Jazz beeinflusste Operette Viktoria und ihr Husar spielt nach dem ersten Weltkrieg in Sibirien, Tokyo, St. Petersburg und Ungarn. Gräfin Viktoria, die Frau des amerikanischen Botschafters John, trifft unerwartet auf ihren totgeglaubten Verlobten, den Husarenrittmeister Stefan. Aller drei Leben gerät quer über die Kontinente aus den Fugen, wobei Schlager wie „Meine Mama war aus Yokohama“ gesungen werden. Erst in dem kleinen ungarischen Dorf, aus dem Viktoria stammt, kann das allseitige Liebesdilemma einem Happy End zugeführt werden.

Stücke:

Gespenster & Mrs Dalloway & Viktoria und ihr Husar

Ein Familiendrama von Henrik Ibsen & Eine Erzählung von Virginia Woolf &

Operette von Paul Abraham, Text von Alfred Grünwald und Fritz Löhner-Beda nach Imre Földes

Leitung
Inszenierung
Armin Holz
Ausstattung
Armin Holz
Michael Müller
Mitarbeit Kostümbild
Richard Stockinger
Musik
Lisa Bassenge
Musikalische Leitung Viktoria und ihr Husar
Paul Schuberth


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