Tanz · Theater

Fake Drunken Warrior - Eine Produktion von Offtanz Tirol


Ausgangspunkt der Performance - ein enges Zusammenspiel von Tanz und präpariertem Klavier - ist die filmische Darstellung des „drunken“-Kampfstils in Wuxia- und Kampfkunstfilme.

In der chinesischen Kampfkünste-Tradition imitieren verschiedene Stile das Verhalten eines betrunkenen Menschen (oder eines betrunkenen Affen), wobei sich der/die HeldIn in der filmischen Fiktion meistens ganz konkret betrinkt, um dann (oder währenddessen) mit schwankenden Bewegungen und erstaunlicher Effizienz zu kämpfen.

Die filmischen HeldInnen kommen meistens in einer kritischen Phase ihres Lebens in Kontakt mit dem „drunken“ Stil, nachdem sie einen harten Schicksalsschlag erlitten und die Möglichkeit des totalen Scheiterns erlebt haben. Der Stil wird ihnen oftmals von einem alten, wie ein Bettler aussehenden, mehr oder minder alkoholsüchtigen Meister präsentiert und weitergegeben.

Der Stil lotet die Grenzen zwischen Kontrolle und Rausch, Vernunft und Wahnsinn aus und eignet sich, um Aspekte wie Fragilität, Verwirrung und Selbstironie hervorzubringen, die einer eindimensionalen und Propaganda-typischen Darstellung des Kriegers oder der Kriegerin nicht entsprechen.

Die Rhetorik über das kriegerische Heldentum genießt unterschiedliche Reputation, je nach historischer Epoche und geografischer Lage. Sie kann unglaubwürdig werden und sogar fast verschwinden, erscheint aber immer wieder in veränderter Form und in Bezug auf neue Konflikte. Die schattenreiche Figur des/der „drunken“ KriegerIn wird in Fake Drunken Warrior zur Metapher für diese schwankende Dynamik des Heldenhaften.

Konzept/Choreografie/Tanz: Paolo Baccarani
Live-Musik: Andreas Tentschert (präpariertes Klavier)
Licht-Design & Technik: Lorenz Delago
Kostüm: Eva Praxmarer

gefördert von Stadt Innsbruck, Land Tirol
Infos: www.westbahntheater.at


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