Pop / Rock · World Music

Faces and Places


„Faces and Places" beschäftigt sich seit 2010 mit dem, was bei Begegnungen von Menschen aus verschiedenen Kulturen entsteht. Nicht nur musikalisch, sondern auch zwischenmenschlich. 2016 bringt STUDIO PERCUSSION graz das Erfolgsprojekt wieder auf die Bühne und lädt zur Klang- und Bildreise ins Grazer Orpheum und slowenische Žalec.

Ein Ensemble an 11 professionellen MusikerInnen aus sechs Nationen interpretiert in einer bunten Bühnenshow die Lebensgeschichte der tief in der österreichischen Musiklandschaft verwurzelten Künstler Ismael Barrios (Venezuela), Luis Sanaou (Burkina Faso) und Silvio Gabriel (Kuba). "Mir geht es um die Porträts; die einzelnen Geschichten, die wiederum stellvertretend für unzählig andere stehen", erklärt der künstlerische Leiter, Günter Meinhart. Dass „Faces and Places" 2016 um weitere KünstlerInnen organisch wächst, sei an dieser Stelle schon verraten; um wenn es sich dabei handelt, bleibt eine Überraschung.

„Bei der Musikzusammenstellung bin ich davon ausgegangen, den eingeladenen Künstlern das Ensemble als Werkzeug zur Verfügung zu stellen. Diese Möglichkeiten wurden sehr unterschiedlich genutzt", beschreibt Meinhart das musikalische Konzept hinter dem offenen Werkstattcharakter.

Entstanden ist "Faces and Places" als Produktion von STUDIO PERCUSSION graz in Kooperation mit La Strada. Als Crossover-Projekt bewegt es sich zwischen Musik, Performance, Film und Theater. Die Klang- und Bildreise führt durch alle Kontinente, durch das Leben der Musiker, zeichnet ihren weiten Weg nach Österreich nach und vertont ihren künstlerischen Drahtseilakt zwischen den Welten, den sie täglich meistern. Die über eine Videowall eingespielten Lebensgeschichten und Interviews zu kulturellen Bedeutungsunterschieden von „Reichtum", „Familie" und „Sprache" verdichten sich mit der leidenschaftlichen Musik zu einer Klangskulptur. Die daraus geformten Geschichten bilden die einzelnen Persönlichkeiten ab und machen zugleich den Faktor Zufall und das Zusammenwirken des globalen Menschen deutlich. „Ich war immer zufrieden mit dem, was ich mache, mit der Musik. Ich habe nicht gewusst, dass es noch andere Länder gibt.?Ich habe gedacht, dort, wo ich geboren bin, einem kleinen Dorf, das ist die ganze Welt", so beschreibt Mamadou Diabaté aus Burkina Faso, Musiker der ursprünglichen „Faces and Places"-Formation, seine Schaffen, bevor sich sein musikalisches Oeuvre auf seinen Reisen ständig erweiterte.

Der Fokus des Projektes liegt auf dem Neuen, das bei jeder Begegnung von Menschen verschiedener Kulturkreise entsteht. Das Neue, das unsere heimische Kunst- und Kulturlandschaft in ihrer Gesamtheit genauso formt, wie die einzelnen AkteurInnen. Unabhängig davon, ob sie selbst auf der Bühne stehen oder als Publikum interagieren. „Faces and Places" schärft die Wahrnehmung für eine sich im Wandel befindlichen Welt. „Wir müssen - wie es der Soziologe Manfred Prisching fordert - <> über diesen Wandel und Migration diskutieren. Kultureller Austausch ist gleichsam als Bereicherung als auch als Aufgabe zu verstehen", ist sich Meinhart sicher.


Vergangene Termine