Jazz

Evan Parker, Tenor- und Sopransaxophon, Matthew Shipp, Klavier


“Hommage à John Coltrane“ untertitelten Parker und Shipp einen Auftritt beim Meteo Festival in Mulhouse im Vorjahr. Reiner Kobe schreibt darüber wie folgt: „Der Pianist Matthew Shipp, einer der kreativsten Köpfe der New Yorker Szene, und der Saxophonist Evan Parker, Exponent der britischen Szene, feierten, was die Künstler musikalisch über den Atlantik hinweg verbindet: schwarzer Free Jazz und seine europäische Entsprechung. Eine weitere Gemeinsamkeit bestand in der Hommage an die vor einem halben Jahr­hundert verstorbene Saxophon-Ikone John Coltrane.

Mit rudernden Unterarmen und flinken Fingern, die über die Tasten hasten, machte Matthew Shipp schnell klar, dass er von swingender Geläufigkeit nichts wissen will. Eckig, kantig sind seine Klavierakkorde, die sich immer wieder ins Freie flüchten. Sie hinterlassen abstrakte Phrasen, hinter denen sich stets harmonische Versatzstücke von Coltranes Kompositionen verbergen. Derlei greift Evan Parker gern auf. Der Saxophonist verfremdet zusätzlich die schwerlich erkennbaren Harmonien. Ineinander greifende Melodiekürzel werden umspielt, variiert, seziert und neu zusammengesetzt. Von welch technischer Brillanz dabei der 73-Jährige ist, demonstriert er in großen Soli auf Tenor- und Sopransaxophon. Gerade auf letzterem glänzt er mit Überblastricks, Flatterzunge und Zirkularatmung, mit denen er den Ton aufspaltet in Grund- und Obertöne. Daran hätte Coltrane sicher seine Freude gehabt.“

CD: Evan Parker - Matthew Shipp, "Rex, Wrecks & XXX", Rogue Art 2013


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