Tanz

Eva Meyer-Keller - Pulling Strings


In der installativen Performance Pulling Strings nimmt Eva Meyer-Keller wörtlich die Fäden selbst in die Hand. Dinge, die im Theater normaler Weise unsichtbar bleiben oder lediglich als Hilfsmittel dienen, werden zu Hauptakteuren. Und die Bühne, die eigentlich ein neutraler Raum zu sein hat, bekommt die Gelegenheit, ihre Eigenheiten zu offenbaren und sich selbst zu spielen.

Die Performer und Techniker befestigen Fäden an Scheinwerfern, Mikrophonständern, Kabeln, Feuerlöschern, Klebebändern, Vorhängen und Aufbewahrungskisten und fangen an, an diesen zu ziehen. Auf diese Weise setzen sie die diversen Objekte in Bewegung. Ein Mikrofonständer dreht Pirouetten, ein Feuerlöscher durchquert den Raum, Farbfilter fallen herunter. Was auf den ersten Blick ganz einfach aussieht, entpuppt sich mit der Zeit als weitaus komplexer. Die Wahrnehmung der Betrachter wird zunehmend sensibilisiert, ihre Imagination geweckt.

Ähnlich wie die vorangegangenen Arbeiten Death is Certain, Good Hands oder Bauen nach Katastrophen, verortet sich auch Pulling Strings an der Schnittstelle von Performance, Kunst und Objekttheater. Der Fokus liegt dieses Mal auf dem choreografischen Aspekt. Die Objekte beginnen zu tanzen.

Eva Meyer-Keller (Deutschland/Schweden, 1972) arbeitet an der Schnittstelle von Darstellender und Bildender Kunst und tritt im Kontext von Festivals, Museen und Theatern weltweit auf. Bevor sie in Amsterdam das vierjährige Studium für Tanz und Choreographie an der School for New Dance Development (SNDO) abschloss, studierte sie Photographie und Bildende Kunst in Berlin (Hdk) und London (Central Saint Martins, Kings College). Sie lebt und arbeitet in Berlin, Deutschland. Eva Meyer-Kellers Aktivitäten sind vielseitig: sie präsentiert auf internationaler Ebene ihre Performances, entwickelt Projekte zusammen mit anderen Künstlern und Gruppen, tanzt für andere Choreographen und realisiert Videoarbeiten. Sie hat mit Uta Eisenreich, Sybille Müller und Kate McIntosh zusammengearbeitet. Neben ihrer eigenen Arbeiten war sie an Projekten von Baktruppen, Jérôme Bel, Christine De Smedt/les Ballets C de la B beteiligt und nahm im Oktober/November 2010 beim Pilotprojekt OPEN ART bei W.I.S.P. (women in swedish performance art) als eine von sechs Künstlerinnen teil.

Seit 2010 hat sie kontinuierlich an mehreren Studiengängen in Europa unterrichtet. Im Wintersemester 2013/14 war sie Gastprofessorin an der Universität in Hildesheim und hat dort mit den BA und MA Studenten das Performance Projekt Deus ex machina entwickelt. Sie unterrichtet Choreographie / Composition an den Studiengängen MA SODA in Berlin, den MA Studiengang THE AUTONIMOUS ACTOR am DOCH (Circus och Dans Högskolan) in Stockholm und an der ZHdK (Zürcher Hochschule der Künste).

IDEE: Eva Meyer-Keller

REALISATION IN ZUSAMMENARBEIT MIT: Tomas Fredriksson, Sheena McGrandles, Irina Müller, Sybille Müller, Benjamin Schälike
PERFORMANCE: Tomas Fredriksson, Sheena McGrandles, Eva Meyer-Keller, Sybille MüllerEntwicklung ZIEHSYSTEME: Florian Bach, Ruth Waldeyer

DANK AN: Andrea Keiz, Thomas Medowcroft, Rico Repotente
PRODUKTIONSLEITUNG: Susanne Beyer, Alexandra Wellensiek


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