Literatur

Eva Leitner und Julia Gschnitzer


Liebesg`schichten und Heiratssachen – Vielen ist dieser Titel aus der gleichnamigen ORF TV-Serie Elizabeth T. Spiras bekannt. Doch bereits 1843 gab der österreichische Dramatiker, Schauspieler und Opernsänger Johann Nepomuk Nestroy einer Posse mit Gesang in drei Akten den Titel Liebesgeschichten und Heurathssachen.

Wie in Nestroys Posse geht es auch im Liedschaffen vieler Komponisten um unterschiedliche Facetten des Ehe- und Liebeslebens. Die Mezzosopranistin Eva Leitner spannt mit Werken von Franz Schubert, Wolfgang Amadeus Mozart, Gustav Mahler, Maurice Ravel, Richard Strauss, Astor Piazzolla und Samuel Barber einen weiten thematischen Bogen vom ersten Liebeswerben hin zur Eheschließung, sowie vom Liebesschmerz hin zur großen Sehnsucht nach Geborgenheit, Treue und ewiger, wahrer Liebe.

Kammerschauspielerin Julia Gschnitzer rezitiert dazu Gedichte, Briefe und andere Texte von Josef Eichendorff, Gottfried Keller, Trude Marzik, Karl Valentin und Bertolt Brecht. Dabei geht es um Hochstapelei, Betrug, Trennung, Kuppelei, Zurückweisung und Verzweiflung, aber auch um Liebesschwärmereien, überschwängliche Brautwerbungen oder mysteriöse Begegnungen zweier Liebender.

Kammerschauspielerin Julia Gschnitzer wurde in Innsbruck geboren und sammelte erste Theatererfahrungen an Jugend- und Laienbühnen in ihrer Heimatstadt. Ab 1948 erhielt sie Schauspielunterricht bei Traute Foresti und Gesangsunterricht bei Charlotte von Zallinger. 1951 führte sie ihr erstes Festengagement ans Tiroler Landestheater, es folgten Stationen am Stadttheater Biel-Solothurn und am Stadttheater Bern. 1960 ging sie für die nächsten dreißig Jahre ihres Lebens ans Volkstheater Wien. Von 1990 bis 1995 war sie schließlich am Landestheater Salzburg engagiert. Seither spielt sie freischaffend für Hörfunk, Film, Fernsehen und Theater. Im Jahr 2011 feierte Julia Gschnitzer ihr 60-jähriges Bühnenjubiläum und bis heute kann sie auf eine beeindruckende Zahl an großen Rollen zurückblicken. So war sie als Gretchen in Goethes Faust, Luise in Schillers Kabale und Liebe, Edrita in Grillparzers Weh dem, der lügt!, Desdemona in Shakespeares Othello, Shen Te/Shui Ta in Brechts Der gute Mensch von Sezuan und Mrs. Peachum in Die Dreigroschenoper, Mathilde von Zahnd in Dürrenmatts Die Physiker, Amanda Wingfield in Williams Die Glasmenagerie, Marthe Rull und Frau Brigitte in Kleists Der zerbrochne Krug, Hekuba in Euripides’ Die Troerinnen, als Mutter in Bernhards Am Ziel, als Olga in Tschechows Drei Schwestern, als Oma in Thomas` 8 Frauen oder als Rosa Zach in dem eigens für sie von Felix Mitterer geschriebenen Stück Mein Ungeheuer zu sehen. Sie spielte die Titelrollen in Doña Rosita bleibt ledig oder Die Sprache der Blumen (Federico Garcia Lorca), Die Bernauerin (Carl Orff), Der Besuch der alten Dame (Friedrich Dürrenmatt), Rose und Walsh (Neil Simon), Reden mit Mama (Jordi Galceran), Memoiren der Sarah Bernhardt (John Murrell), Harold und Maude (Colin Higgins), Nacht, Mutter (Marsha Normann), Frau Suitner (Karl Schönherr) und Josef und Maria (Peter Turrini). Seit 2013 wirkt sie bei den Salzburger Festspielen als Mutter im Jedermann mit. 2014 war sie im Rahmen des Festes für Felix Mitterer zu Gast bei den Salzkammergut Festwochen Gmunden. Einem breiten Fernsehpublikum wurde sie als Franziska Jägerstätter in Der Fall Jägerstätter (1971) von Axel Corti und als Alte Nanne in Die Siebtelbauern von Stefan Ruzowitzky bekannt. Weitere Engagements für Film und Fernsehen wie Bellaria (Regie: Julian Pölser), Auf der Strecke (Regie: Lukas Stepanik), Lügensänger (Regie: Franz Novotny), Die Fernsehsaga – Eine steirische Fernsehgeschichte (Regie: Julian Pölser), Blumen für Polt, Im Tal des Schweigens (Regie: Peter Sämann), Zeit der Fische (Regie: Steffi Kammermeier) oder Die Wand prägten ihre Laufbahn. Julia Gschnitzer unterrichtete viele Jahre an der Schauspielschule Krauss und am Konservatorium Franz Schubert in Wien. 1989 wurde sie zur Kammerschauspielerin ernannt. Sie erhielt u. a. das Silberne Ehrenzeichen der Stadt Wien, den Karl-Skraup-Preis, das Ehrenzeichen des Landes Tirol, das Ehrenzeichen für Kunst und Kultur der Stadt Innsbruck, den Kunstpreis „Die Tirolerin“ (2014), das Goldene Verdienstzeichen des Landes Wien, den Ehrenbecher der Stadt Salzburg und zuletzt den Preis für das Lebenswerk des Kulturfonds der Stadt Salzburg (2015).

Die österreichische Mezzosopranistin Eva Leitner studierte zunächst Germanistik und Geschichte an der Paris Lodron Universität Salzburg. 2002 begann sie ihr Gesangsstudium bei Marianne Schartner sowie das Masterstudium Lied und Oratorium bei Wolfgang Holzmair an der Universität Mozarteum Salzburg und absolvierte diese mit Auszeichnung. Ihr Opern- und Lied-Repertoire sowie ihre Interpretationskunst erweiterte sie sowohl im Rahmen eines Postgraduate-Studiums bei Wolfgang Holzmair als auch in Meisterkursen bei Petra Lang, Gundula Janowitz, Angelika Kirchschlager, Barbara Bonney, Siegfried Jerusalem, Paul Gulda, Adrian Baianu, Wolfgang Niessner und Rodger Vignoles. 2009 feierte Eva Leitner ihr Operndebüt mit der Rolle der Kassandane in der Uraufführung von Der Sonnenkreis (Jeppe Nörgaard) beim Festival Oper im Berg in Salzburg. Die Mezzosopranistin debütierte im Sommer 2010 bei den Salzburger Festspielen als 4. Magd / Aufseherin in Elektra von Richard Strauss mit den Wiener Philharmonikern unter der Leitung von Daniele Gatti. In der gleichen Partie war sie im September 2011 unter Stefan Soltesz am Teatro dell` opera in Rom zu hören. Mit großem Erfolg gastierte sie in der Spielzeit 2011 als Fremde Fürstin in Rusalka von Antonin Dvorak am Theater Kiel, an welches sie 2013 und 2015 als Mutter in Humperdincks Hänsel und Gretel zurückkehrte. 2013 wirkte sie im Rahmen des Eröffnungskonzertes bei den Niedersächsischen Musiktagen in Lüneburg in einer konzertanten Aufführung der Götterdämmerung von Richard Wagner als Brünnhilde mit. Mit namhaften Dirigenten wie Dennis Russell Davies, Johannes Willig, James Gaffigan, Joachim Vogelsänger, Kay Johannsen und Wolfgang Danzmayr sowie mit renommierten Regisseuren wie Nikolaus Lehnhoff, Roman Hovenbitzer und Hubert Lepka arbeitete sie erfolgreich zusammen. Als Konzert- und Liedsängerin ist Eva Leitner international tätig. 2008 sang sie erstmals unter der Leitung von Dennis Russell Davies in Leonard Bernsteins Songfest den Part der Julia de Burgos. Große Erfolge kann sie neben Messen und Requien von Anton Bruckner oder Antonin Dvorák in Giuseppe Verdis Requiem verzeichnen. Einen Höhepunkt stellte 2011 neben zahlreichen Konzerten die Aufführung der 2. Symphonie - Auferstehungssymphonie von Gustav Mahler in Stuttgart dar. 2013 führte sie die Alt-Partie in Beethovens 9. Symphonie nach Doha (Qatar). 2014 entstand in Kooperation mit Kammerschauspielerin Julia Gschnitzer und der Pianistin Iris Shioling Moldiz die erste CD mit dem Titel Nur wer die Sehnsucht kennt und es folgten zahlreiche Präsentationskonzerte in ganz Österreich unter anderem bei den Welser Sprechtagen 2015 sowie deren Präsentation und ausgezeichnete Besprechung in der Sendereihe Stimmen hören in Ö1 und in Drehpunkt Kultur (Salzburg).

Für den Mediziner Hubert-Hermann Lohr ist Musik die zweite Leidenschaft. Seinen ersten privaten Klavierunterricht erhielt er in Lenzing, es folgte eine musikalische Ausbildung an der jetzigen Bruckner-Universität in Linz und an der Universität für Musik und Darstellende Kunst in Wien, Abteilung Kirchenmusik. Er leitet seit vielen Jahren den Kirchenchor Lenzing und übt dort das Organistenamt aus. Im Mittelpunkt seines Musizierens steht die Beschäftigung mit der musikalischen Struktur und die Vermittlung der geistig-seelischen Inhalte für die Zuhörer sowie die Freude am gemeinsamen Musizieren in verschiedenen Ensembles. Dazu gehören Mitwirkungen in der Staatsoper Wien, den Salzburger Festspielen, den Berliner Festwochen, Auftritte in der Carnegie-Hall New York, Auftritte in Indonesien sowie die Leitung des Orchesters der Gesellschaft der Musikfreunde in Gmunden bis 2007.


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