Vortrag · Diverses

Eva Blimlinger - Die besondere Verantwortung


Die Rückstellung von während des Nationalsozialismus in Österreich entzogenen und arisierten oder im Notverkauf weit unter dem Wert abgegebenen Vermögenswerten an ihre rechtmäßigen Eigentümer wurde nur langsam und schrittweise angegangen.
Nach Ende des Zweiten Weltkriegs lehnte Österreich jede Verantwortung für die Verbrechen des NS-Regimes ab. Die Republik sah sich unter Berufung auf die Moskauer Deklaration von 1943 als erstes Opfer der Aggressionspolitik des Deutschen Reiches.
Erst 1991 gestand Bundeskanzler Franz Vranitzky die Mitschuld Österreichs an den Verbrechen des Nationalsozialismus ein, ab 1995 wurden Opfern des Nationalsozialismus eine einmalige Zahlung durch den Nationalfonds zugestanden. Im Washingtoner Abkommen von 2001 wurden versucht offene Fragen zu klären.
Auf die Entschädigungen besteht allerdings bis heute kein Rechtsanspruch; es handelt sich rechtlich um freiwillige Leistungen des Staates.

Eva Blimlinger
ist österreichische Politikerin (Die Grünen) und Historikerin. Seit 23. Oktober 2019 ist sie Abgeordnete zum Nationalrat.
Von 2011 bis September 2019 war sie Rektorin der Akademie der bildenden Künste Wien. Von Jänner 2018 bis Juni 2019 war sie Präsidentin der Österreichischen Universitätenkonferenz.
Blimlinger war zwischen 1999 und 2004 Forschungskoordinatorin der Historikerkommission der Republik Österreich. Sie ist wissenschaftliche Koordinatorin der Kommission für Provenienzforschung und war bis Oktober 2019 Mitglied und stellvertretende Vorsitzende des Kunstrückgabebeirates.


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