Theater

Esctopia


Obwohl vordergründig trivial, verweisen Superhelden dennoch auf soziale und politische Realitäten. Superheldenstories sind ideale Stoffe, wenn es um Diskurse wie Körperlichkeit und Macht, Sexualität und Transformation oder hybride Körper geht.

Zwar scheinen Superhelden Inbilder von Virilität zu sein – sie strotzen vor Muskelmasse wie nach exzessivem Steroid-Missbrauch –, doch leben sie meistens sexuell enthaltsam. Ihr Begehren scheint sublimiert und subvertiert.

Das Homoerotische der Charaktere wird meist nur angedeutet, während Fetischismus und Transvestitismus offensichtlich sind. Die Ordnungshüter mit den stählernen Körpern und den kunstvollen Outfits zeigen oft Symptome von Paranoia, Größenwahn, Narzissmus, Zwangsstörungen, sozialen Ängsten oder pathologischer Schüchternheit.

Superhelden und ihre Superegos sind schließlich untrennbar, nur manchmal geraten sie in Konflikt. Auch der Tod ist in Superheldengeschichten nie endgültig, er scheint vielmehr eine Art Wellness-Trip zu sein, aus dem der Held unverletzt und mit neuen Kräften, neuer stylisher Frisur und neuem Outfit zurückkehrt. Esctopia nimmt mit einer vollen Ladung Banalität, Künstlichkeit, Mittelmäßigkeit und nicht zuletzt Exhibitionismus den Mythos des Superheldentums auseinander.

KÜNSTLER

DRAMTURGIE/PERFORMANCE Milan Loviška, Otto Krause
KONZEPT Milan Loviška
KOSTÜM UND BÜHNENSETTING Otto Krause SOUND Jakub Królikowski
VISUALS Kacper Lipiński, Milan Loviška


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