Theater

Es sagt mir nichts, das sogenannte Draußen


Ein „wildes Schelmenstück über das Lebensgefühl in der Zentrifuge der Wohlstandsgesellschaft“ nannte die Fachzeitschrift „Theater heute“ Es sagt mir nichts, das sogenannte Draußen und kürte es zum besten deutschsprachigen Stück des Jahres 2014.

Sie sind klug, gut ausgebildet und auf Selbstoptimierung bedacht. Sie verkaufen selbstgekochtes Viagra im Internet und steigern den Marktwert ihres Körpers im Fitnessstudio, obwohl sie den Markt verachten. Sie riskieren nichts, weder in der Politik noch in der Liebe. Mitgefühl, Solidarität, Respekt? Überholte Werte einer Generation, die sie verachten. Sie kommunizieren per Skype, SMS, Chat oder Handy, und doch bleibt da ein Gefühl von überwältigender Einsamkeit.

Eine Frau bilanziert ihr bisheriges Leben: früher Mitglied einer knallharten Mädchengang, heute friedliches Urban Knitting, früher unbeholfenes Knutschen mit Jungs, heute Gender-Fragen und die Projekte „Sex“ und „Liebe“ mit Männern oder Frauen, früher hochfliegende Ideale, heute Pragmatismus. Gefühl ist etwas, das man hauptsächlich aus Filmen kennt, Familie ein antiquiertes Konzept, für Sehnsucht ist kein Platz im Leben. Doch immer lauert draußen die Welt, stellt Forderungen, diktiert Bilder, denen man unmöglich genügen kann, hält gnadenlos den Läufer am Laufen …

Lustvoll, furios, tempo- und pointenreich geht die Autorin gegen die Zumutungen unserer Welt an; was übrigbleibt, ist eine diffuse Angst, die weh tut, egal ob man 25 oder 52 ist: Angst „dass alles so bleiben könnte, wie es ist: grau“.

Mit:
Sabine Haupt

Regie: Martina Gredler

Bühne: Jura Gröschl

Kostüme: Moana Stemberger

Video: Sophie Lux

Sounddesign: Raimund Hornich

Dramaturgie: Hans Mrak


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