Kunstausstellung

Eröffnung Politischer Populismus


Freitag 6. November 2015

19 Uhr: Begrüßung und Einführung in die Ausstellung durch Nicolaus Schafhausen, Kurator und Direktor Kunsthalle Wien

20 Uhr: Performance von Christian Falsnaes
Für Christian Falsnaes ist das Publikum das Rohmaterial seiner Performances. Er fordert es auf, seinen Anweisungen zu folgen und schafft darüber absurde, aber auch herausfordernde Situationen. Die Performance jedes Einzelnen, aber auch gesellschaftliche Normen, Machtverhältnisse und Geschlechterrollen werden thematisiert. Wie in einem sozialen Experiment manipuliert der Künstler das Kollektiv, dessen Gehorsam er einfordert. Indem er die Bereitwilligkeit des Publikums zur Partizipation bis zum Äußersten strapaziert, entstehen Szenarien zwischen absurder Situationskomik, hingebungsvollem Körpereinsatz und fragwürdigem Autoritätsgestus.

21 Uhr: Fishbowl Talkshow mit Mián Mián und Nicolaus Schafhausen
Fishbowl ist eine Methode, um in großen Gruppen zu diskutieren. Der Name leitet sich von der Sitzordnung ab, denn diese gleicht einem Goldfischglas, um das die Teilnehmer/innen im Kreis herumsitzen. Eine kleine Gruppe im Innenkreis diskutiert ein Thema, während die übrigen im Außenkreis die Diskussion beobachten. Möchte jemand aus dem Außenkreis zur Diskussion beitragen, darf er oder sie auf einem „Gast-Stuhl“ im Innenkreis Platz nehmen und mitdiskutieren. Die Schriftstellerin Mían Mían aus Shanghai, die für ihre häufig von der Zensur bedrohten Romane über die chinesische Pop- und Jugendkultur bekannt ist, und Nicolaus Schafhausen moderieren und geben das Thema des Fishbowl vor. Diskussion in englischer Sprache.

Im Rahmen der Eröffnung: Performance von Saâdane Afif
Play Opposite or Ubu Roi Disseminated (2015) übersetzt das Theaterstück Ubu Roi des französischen Schriftstellers Alfred Jarry aus dem Jahr 1896 in eine aktivistische Kampagne. Ubu Roi, ein Hauptwerk des absurden Theaters, das die üblen Auswüchse von Macht und Gier vor Augen führt, wird in Auszügen auf Flugzettel gedruckt und im Rahmen der Ausstellung im öffentlichen Raum verteilt.
Samstag 7. November 2015

15 Uhr: The Innovator's Dilemma. Vortrag von Simon Denny
Simon Dennys Werke spiegeln die neuesten Trends der erfolgreichen Internet- Unternehmensökonomie, aber auch die damit einhergehende Vorstellung vollständiger Datentransparenz. Seine Arbeiten sind wie Momentaufnahmen von einer sich rasend schnell entwickelnden digitalen Netzökonomie. Sie werfen einen kritischen Blick auf die technischen Fortschritte der Gegenwart und scheinen die Zeit anzuhalten und einen Raum zur Reflexion über die gesellschaftlichen Auswirkungen der Internetgesellschaft im 21. Jahrhundert zu schaffen. Simon Denny spricht über seinen vielbeachteten Beitrag zur diesjährigen Venedig Biennale, seine Installation im Rahmen von Politischer Populismus und seine intensive Auseinandersetzung mit der Ästhetik der NSA. Gespräch in englischer Sprache.

16 Uhr: Gespräch mit Christoph Neubacher-Kefer
Nicolaus Schafhausen spricht mit Christoph Neubacher-Kefer, dem pädagogischen Leiter des Vereins Fluchtweg über seine Arbeit in den Georg Danzer Häusern. Dort werden jugendliche Flüchtlinge in Kleingruppen dabei unterstützt, die deutsche Sprache zu lernen bzw. einen Schulabschluss zu machen. In kleinen, familienähnlichen Gemeinschaften wird versucht, etwas Normalität in das Leben der Jugendlichen zu bringen und sie auf ein selbständiges und verantwortungsbewusstes Leben vorzubereiten. In enger Zusammenarbeit mit dem Verein entwickelt die Kunsthalle Wien Vermittlungsprogramme für die betreuten Jugendlichen.

17 Uhr: Vortrag von Trevor Paglen
Der Fotograf, Autor und Aktivist Trevor Paglen interessiert sich für jene verborgenen Dinge, die der Geheimhaltung unterliegen und von deren Existenz die Öffentlichkeit nichts wissen soll: Stützpunkt der CIA und NSA, Spionagesatelliten, geheime Militäranlagen. Mit Präzisionsteleskopen und astronomischen Instrumenten ortet Paglen, was unsichtbar bleiben soll. Seinen Fotografien und Videos gehen umfangreiche Recherchen voran, bei denen er in akribischer Spurensuche Zugang zu der „black world“, jenem gigantischen und dennoch weitgehend unbekannten Teil des US-Militärs und der Geheimdienste sucht. Kunstwerk und Beweismittel zugleich, sind seine Arbeiten Aufklärung im besten Sinne. Gespräch in englischer Sprache.

18 Uhr: Malerei als politisches Medium
Ausgehend von Johanna Kandls in der Ausstellung gezeigten Arbeiten sprechen Helmut und Johanna Kandl über den politischen Aspekt ihrer Kunst, Malerei im öffentlichen Raum, Plakate, Postkarten, ein Screen-Magazin über aktuelle Menschenrechtsverletzungen sowie den bekannten Demo-Button.

19 Uhr: Fishbowl Talkshow mit Mián Mián und Nicolaus Schafhausen


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