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Eröffnung Glasfabrik neu


Parallel zum gestürmten Jahrhundert-Abverkauf in der alten Glasfabrik in Ottakring – seit Anfang Oktober stellen sich Tausende Nostalgie-Interieur-Fans und sogar Souvenirjäger auf der Suche nach einem Erinnerungsstück an die zum Abbruch frei gegebenen Backsteinhallen ein – richtet sich die Glasfabrik neu in einer von den ÖBB gemieteten Halle am Westbahnhof wohnlich ein. Am 17. November ab 10 Uhr haben Interessierte erstmals Gelegenheit, den neuen Standort in Augenschein zu nehmen.

Das für Österreich noch immer einzigartige Glasfabrik-Konzept des Zusammenschlusses mehrerer Altwaren- und Antiquitätenhändler an einem Ort bleibt aufrecht. Die bisherigen „Glasfabrikanten“ Christoph und Marcus Matschnig sowie Simon Weber-Unger leiten auch die neue Glasfabrik. Als Experten mit unterschiedlichen Schwerpunkten garantieren sie eine sich ständig erneuernde Objektfülle in geprüfter Qualität. Glasfabrik-Gründungsmitglied lichterloh überrascht mit einem neuen Konzept in seiner Dependance in der ehemaligen Favoritner Ankerbrotfabrik, jetzt Brotfabrik Wien.

Industrial Style
Die neue Glasfabrik befindet sich nur 50 Meter neben den Bahngleisen in der Felberstraße 3 im 15. Wiener Bezirk. Die Halle, einst ÖBB-eigene Druckerei, wurde in den 1950er-Jahren im Nachkriegs-Wien gleichzeitig mit dem Westbahnhof „modern und aufstrebend“ errichtet. Ihr Charme liegt in den alten Terrazzoböden, einem lindfarbenen schicken Stiegenhaus und der guten Raumaufteilung mit viel Freiraum für eigens kreierte „Wohnsituationen“. Mehr als 2000 Quadratmeter, auf drei Stockwerke verteilt, bespielen die „Glasfabrikanten“ in ihrem neuen Domizil: mit Antiquitäten, Vintage-Kult und Shabby-Chic, vom frühen Barock bis in die 1980er – in jedem Fall mit Möbel von Charakter und Geschichte. Auf dass die Kundschaft weiterhin nach Herzenslust „unter Möbel geht“, stöbert – und fündig wird.

Ölgemälde modern
Das Erdgeschoß mit Fensterfront, in dem man sich noch gut alte Druckereimaschinen vorstellen kann, ist mit Metallschränken, Eisenhockern und anderen „coolen“ Einrichtungsgegenständen im Industrial Style gehalten. Zusätzlich bietet sich der Kundschaft ein „Rastplatz“ mit Kaffeemaschine und Bücherabteilung. Über das Stiegenhaus oder mit dem neu adaptieren Lift geht es in den ersten Stock. Diese Ebene, die bis vor kurzem noch als Büro einer Zug-Catering-Firma gedient hat, wirkt modern und luftig. Sitzlandschaften und Kleinmöbel rücken in dieser Atmosphäre in den Mittelpunkt. Ölgemälde und Biedermeier-Uhren bilden einen wirkungsvollen Kontrast.

Abfahrt Richtung Nostalgie
Der zweite Stock ist ein Tribut an das Motto der „Glasfabrikanten“. Sie beschreiben ihre Ware nämlich wie folgt: „Im Gepäck die Geschichten vergangener Tage, die sie zu besonderen Einzelstücken macht. Jederzeit bereit, ihre Reise fortzusetzen, um Erinnerungen zu bewahren und neue zu sammeln.“ Die nun tatsächlich reale Bahnhofsstimmung mit Durchsagen, der Ankunft und Abfahrt von Zügen inspirierte das Team zu einer „Reiseabteilung“ mit alten Koffern, Schiffsmöbeln aus Korb, historischen Andenken und viel Fernweh in Form exotischer Masken und anderer Accessoires. Gleich daneben befindet sich die schon in Ottakring bewährte und beliebte Platten- und Elektronikzone, in der jede und jeder (Vinyl-)Musik machen und gemütlich entspannen kann. Nicht zuletzt finden sich in einer „Küche“ Geräte, Geschirr und Utensilien aus vergangener Zeit.

Parkplätze und Heizung
Neben dem Gleis 11, bei der ehemaligen Verladestation für Autoreisezüge, sind zudem ein Outdoor-Schaubereich, ein Garten – und Parkplätze geplant. Auch gibt es, im Gegensatz zum bisherigen Standort, in der Glasfabrik neu eine Heizung. Für alle Glasfabrik-Nostalgiker: Bauelemente aus der alten Glasfabrik, etwa Fabriksfenster, wurden in die Glasfabrik am Westbahnhof integriert. So übersiedelt die Erinnerung an ein besonderes Stück Ottakring nach Rudolfsheim-Fünfhaus. Die Backsteinhallen der Glasbiegerei aus dem frühen 20. Jahrhundert weichen modernen Wohnungen. Der Jahrhundert-Abverkauf in der Lorenz-Mandl-Gasse 25 dauert aber noch bis Ende November an.

lichterloh mit neuem Konzept
Bereits vor dem Eröffnungsfest der Glasfabrik neu hebt die Kunsthandelsgesellschaft lichterloh in der Absberggasse 27, in der ehemaligen Ankerbrotfabrik (jetzt Brotfabrik Wien) im Stadterneuerungsgebiet beim Hauptbahnhof in Favoriten, Lilo’s aus der Taufe. Quicklebendig, übermütig und kurios positioniert sich die kleine Schwester von lichterloh mit Mastermind Beate Hautzenberger, 20 Jahre Geschäftsführerin der Glasfabrik alt, im Alltagsdesign des 20. Jahrhunderts – vom Komödchen bis zur Stehlampe. Offenherzig bietet sie dabei Einblick in ihre inneren Werte. Ein auch von der Straße einsehbarer Werkstättenbereich macht Lust zum Zuschauen beim Möbelrestaurieren – und künftig auch zum Besuch spezieller Workshops. Zusätzlich offenbart Lilo’s vielfache Servicequalität. In Zusammenarbeit mit dem aus der Messe- und Bühnen-Montage kommenden Allrounder Peter Kermann sind Leistungen von Innenraumgestaltung bis zu Elektro- und Installationstechnik buchbar.

Um ins Gespräch zu kommen, verwöhnt Lilo’s in einem Bistro mit ausgesuchten Häppchen von Kuchen bis Käse, ergänzt durch ein Glas Wein, Kaffee oder Saft. Am 10. November ab 12 Uhr gibt’s ein erstes Kennenlernen.


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