Literatur · Theater

Erklär mir die Liebe


Diese Briefe sind ein einzigartiges Dokument der Liebe und des Vertrauens, sie geben ein äußerst anschauliches Bild der letzten Lebensmonate Paul Celans.

ZIELPUNKTFOYER

Gedichte und Briefwechsel
Es lesen:
Therese Affolter und Dagmar Schwarz

Ingeborg Bachmann - Paul Celan
Im Mai 1948 lernen sich Ingeborg Bachmann und Paul Celan in Wien kennen, wo Bachmann, 1926 in Klagen­furt geboren und für ihre frühe Lyrik gerade mit dem Preis der Gruppe 47 aus­gezeichnet, Philosophie studiert; für Paul Celan ist Wien eine Zwischenstation. Ende Juni geht er nach Paris. Der Briefwechsel zwischen den beiden ist ein bewegendes Zeugnis: zunächst als Gespräch einer Liebe nach Auschwitz, mit allen Störungen und Krisen aufgrund der so konträren Herkunft der beiden und ihrer schwer zu vereinbarenden Lebensentwürfe als Frau und Mann wie als Schreibende. Aber es ist auch ein Ringen um Freundschaft oder um wenigstens irgendeine Beziehung. Ingeborg Bachmann gelangt in ihrer eindringlichen künst­lerischen Darstellung weiblicher Subjektivität im Kontext einer von Männern dominierten Gesellschaft im Laufe der fünfziger Jahre immer mehr zur Erkenntnis der Unzulänglichkeit der Welt und ihrer „Ordnungen". In ihrer Suche nach der Utopie einer besseren Welt und ihren frühen feministischen Zeugnissen ist sie ihrer Zeit voraus.

Ilana Schmueli - Paul Celan
Ilana Shmueli, eine Freundin aus Jugendtagen und aus der Zeit des Ghettos im rumänischen Czernowitz, wo Paul Celan 1920 als Sohn einer deutschsprachig-jüdischen Familie geboren ist, begegnete ihm 1965 wieder in Paris. Nach Israel zurückgekehrt, wo Shmueli seit 1944 lebte und als Sozialpädagogin arbeitete, entstand eine intensive Korrespondenz zwischen beiden.

Diese Briefe sind ein einzigartiges Dokument der Liebe und des Vertrauens, sie geben ein äußerst anschauliches Bild der letzten Lebensmonate Paul Celans. "Du weißt, was meine Gedichte sind — lies sie, das spüre ich dann", schreibt Celan am 12. April 1970 an Ilana. Es ist sein letzter Brief, bevor er sich wenige Tage später in Paris das Leben nimmt.

Ilana Shmueli begann spät in ihrem Lebenselbst zu schreiben, in Deutsch und Hebräisch. Sie übersetzte viele Gedichte Paul Celans ins Hebräische.

Ilana Schmueli starb am 11.11.2011 in Jerusalem


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