Literatur

Erich Fried Tage 2015


Unter dem Titel Facts and Fiction präsentiert das internationale Literaturfestival Erich Fried Tage das Genre der literarischen Reportage in seinen unterschiedlichsten Formen und Formaten.

Die Reportageliteratur blickt – angefangen vom griechischen Historiker Herodot und seinen Berichten über die Völker der antiken Welt bis hin zu den Reiseschilderungen von Mark Twain, den stilprägenden Reportagen von Egon Erwin Kisch, Joseph Roth und Ryszard Kapuściński im vergangenen Jahrhundert – auf eine bedeutende Tradition zurück.

In den USA wurde das Genre vor dem Hintergrund zweier Weltkriege als New Journalism neu definiert, Truman Capote, Hunter S. Thompson und Tom Wolfe gelten als deren wichtigste Vertreter. Kriegerische Auseinandersetzungen, globale Flüchtlingsbewegungen, politische Verfolgung und staatliche Überwachung, Naturkatastrophen und Epidemien haben dem Genre in den letzten Jahren Brisanz verliehen.

Die feierliche Eröffnung findet am 6. Oktober im Akademietheater Wien statt:
V. S. Naipaul, der mit dem Nobelpreis für Literatur ausgezeichnete Autor, und der österreichische Autor Christoph Ransmayr, dessen Reiseberichte die Grenzen der Reportageliteratur spielerisch neu definieren, treffen sich unter dem Titel „The Writer and the World“ zum Gespräch.

Die Burgschauspieler/in Kirsten Dene, Martin Schwab und Laurence Rupp lesen aus Werken der beiden Autoren.

Das Festival bringt die US-amerikanischen Autoren William T. Vollmann und Phil Klay erstmals nach Österreich. Mit Pierre Alféri (Frankreich), Liao Yiwu (China/Deutschland), Angelika Kuźniak (Polen), Caterina Sansone und Alessandro Tota (Italien/Frankreich), Paula Bulling (Deutschland) sowie Javier Sebastián (Spanien) stehen weitere Österreichpremieren auf dem Programm.
In Lesungen, Gesprächen, Vorträgen und Diskussionen sind zudem Martin Pollack (Österreich), Lukas Bärfuss (Schweiz), Fritz Orter (Österreich), Rainer Merkel (Deutschland), Judith Zdesar (Österreich), Hope Tucker (USA) und Sebastian Lörscher (Deutschland) zu erleben.

Der mit 15.000 Euro dotierte Erich Fried Preis 2015 geht an die junge Schweizer Autorin Dorothee Elmiger als Anerkennung ihrer beiden Bücher Einladung an die Waghalsigen und Schlafgänger sowie und vor allem als Unterstützung ihrer künftigen Arbeit.

Als alleinverantwortlicher Juror begründet der Schweizer Autor Reto Hänny seine Wahl wie folgt:
„Dorothee Elmiger gelingt es, die brennenden Zeitfragen in eine poetische Prosa umzusetzen, die einen in der literarischen Welt neuen, unerhörten Klang anschlägt. Ihre Bücher sind hochpolitisch, aber sie predigen nicht, sondern eröffnen mit einem Sturm nie zuvor gesehener Bilder Räume und überschreiten Grenzen, ohne ihr Geheimnis zu verraten.“ (Auszug)


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