Neue Klassik · Diverse Musik

Ensemble Musikfabrik


In den Kosmos, hinaus in das Morgen, führt die Klangwanderschaft der drei Musikpropheten Karlheinz Stockhausen, Edgard Varèse und Sun Ra. Stockhausen bezog sich in seinen zyklischen Kompositionen teilweise auf die kosmologischen Vorstellungen des 1955 in den USA erschienenen „Urantia Buchs“, das Lokal-, Zentral- und Super-Universen beschreibt.

Aus Varèses Musikschöpfungen wurde die Spiralenstruktur der Doppelhelix herausgelesen, wie sie im Milchstraßen-System gegeben ist. Der Jazzmusiker Herman Blount trat eines Tages mit folgenden Worten vor sein Publikum: „Ich bin Sun Ra. Botschafter aus den intergalaktischen Regionen der Ratsversammlung des Weltalls.“

Zur neunten Stunde, der Todesstunde Jesu, komponierte Stockhausen innerhalb seines Zyklus „Klang“, angelegt auf die 24 Stundengebete, ein Streichtrio mit dem Titel „Hoffnung“. Nach dem 21. Stück mit dem Titel „Paradies“ verstarb Stockhausen 2007. Ein Jahr später spielten drei Mitglieder der musikFabrik die Uraufführung von „Hoffnung“. Sie spielen es nun auch in Krems, am Ende des Stückes sprechen sie unisono: „Dank sei Gott … Danke Gott für das Werk … Hoffnung.“ Die Verläufe der aus zwei Zwölftonreihen gewonnenen 24 Töne des Zyklus werden akustisch und – durch in die Luft geschriebene Figuren – optisch sichtbar. In drei Takten von Edgard Varèses Flötensolo „Density 21.5“, das alle Töne des Instrumentes durchwandert, symbolisieren Kreuze über den Noten Töne, die nicht nur geblasen, sondern auch mit den Klappen geschlagen werden sollen. Das einstimmige Melodieinstrument der Flöte erschließt durch polyphone Effekte neue Zonen von Raum und Zeit.

Der Jazzmusiker Sun Ra, der seine Abkunft vom ägyptischen Sonnengott wählte, begleitete seine musikalische Entwicklung des Free Jazz mit prophetischen Predigten und philosophischen Vorträgen. Gemeinsam mit Dave Hotep, einem Mitglied von Sun Ras Band, begibt sich die musikFabrik auf eine Pilgerschaft durch die Musik von Sun Ra, „die Musik der Erde, der Sonne und der Sterne. Die Musik von euch selbst. Vibrierend.“


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