Klassik

Ensemble Lux


Louise Chisson, Violine
Thomas Wally, Violine
Nora Romanoff-Schwarzberg, Viola
Mara Kronick, Violoncello

Georg Friedrich Haas (1953 -): Streichquartett Nr. 2
Sofia Gubaidulina (1931-): Streichquartett Nr. 3
Witold Lutosławski (1913-1994): Streichquartett

Rund um das 2. Streichquartett des österreichischen Komponisten Georg Friedrich Haas erklingen Werke von zwei der bedeutendsten aus dem europäischen Osten stammenden KomponistInnen: Die 1931 in Tschistopol geborene russische Komponistin Sofia Gubaidulina sowie der 1913 in Warschau geborene polnische Komponist Witold Lutosławski, dessen 1964 komponiertes zweisätziges Streichquartett als eines der Meilensteine der Aleatorik gilt: Über weite Strecken agieren die 4 MusikerInnen autonom; selbstverständlich nicht absolut, sondern in Form eines durch Signale kontrollierten flexiblen Netzwerks. Während auch Gubaidulina ähnliche Strukturen in ihrem Streichquartett verwendet, liegt hier das Hauptaugenmerk doch auf einem groß angelegten klanglichen Spannungsbogen, einer Entwicklung, die ausgehend von den leisesten Pizzicato-Klängen in einer immer höher strebenden spiralenförmigen Kantilene mündet.

Zwischen diesen beiden Quartetten findet sich Georg Friedrich Haas, dessen 2. Streichquartett „tonale, scheinbar historisierende Klangelemente mit mikrotonalen Verschiebungen, zeitlichen Dehnungen und Stauchungen und einem zum Teil virtuosen, flirrenden Klangbild [verbindet]. Immer wieder schimmert die Tradition durch, aber sie wird als etwas Verlorenes, Entferntes, Getrübtes wahrgenommen werden“, so der Komponist.

Das ensemble LUX wurde im Herbst 2004 gegründet. Die Ensemble-MusikerInnen sind im Musikleben fest verankert – kammermusikalische Tätigkeit, Mitwirkung in renommierten Orchestern und solistische Aktivitäten zeugen vom Niveau der InterpretInnen. Nicht nur ein breiter Wirkungsradius ist den MusikerInnen gemein, sondern auch die Liebe zur zeitgenössischen Musik. So widmet sich das Ensemble seit seiner Gründung fast ausschließlich der Interpretation neuerer bis neuester Werke. Eine stilistische Einschränkung ist nicht auszumachen.

Wie auch andere Formationen, die sich mit neuer Musik beschäftigen, ist das ensemble LUX nicht auf ein bestimmtes Instrumentarium beschränkt. Ausgehend von der momentanen Kernformation Streichsextett und Klavier werden je nach Bedarf weitere Instrumente hinzugezogen. So zeichnet sich das Ensemble durch die Offenheit gegenüber selteneren Instrumentenkombinationen ebenso aus wie durch die Tatsache, dass ein Teil der InterpretInnen selbst kompositorisch tätig ist.

Das ensemble LUX spielte beim Aspekte-Festival Salzburg, “Orfeus 2006“ (Bratislava), im Wiener Konzerthaus, bei den Bregenzer Festspielen, beim Feldkirch Festival, beim GrabenFest sowie bei Wien Modern. Im Oktober 2008 fand eine Kooperation mit dem amerikanischen Komponisten Stephen Siegel und der Fromm Music Foundation (Harvard) statt, bei der das Quartett LUX das String Quartet von Stephen Siegel auf CD einspielte. Das ensemble LUX wirkte mehrfach bei den Komponistenmarathons von Platypus mit.

Im Jahr 2009 war das ensemble LUX in England zu Gast in Cambridge und Herstmonceaux Castle und bestritt eine Reihe von Auftritten im Burgenland mit der Kinderoper “Haydn auf dem Mond”. Das ensemble LUX spielte mehrmals im Wiener Musikverein und im Konzerthaus Wien.

Derzeit ist das ensemble LUX das "ensemble in residence" der Österreichischen Gesellschaft für zeitgenössische Musik.


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