World Music

Ensemble Klesmer Wien


Als gegen Ende des 20. Jahrhundert die Klezmer-Musik ein Revival feierte, war das auch ein trotziger Einspruch des Lebens gegen den Tod, gegen Anti-Semitismus und letztendlich gegen den Holocaust und die andauernde Austreibung jüdischer Kultur aus dem Kulturleben. Nun erklang die Musik, die osteuropäische Juden bei Hochzeiten, Festen und Feiern mit jauchzenden Klarinetten, traurig anmutenden Akkordeonklängen, rasant gespielten Fideln und schrägen Rhythmen in den Stetls und Dörfern gespielt hatten, wieder vor Nicht-Juden im Konzertsaal. Mit dabei, vor 25 Jahren: das Ensemble Klesmer Wien.

Ihr breites Repertoire belegt, dass sie nicht nur aus bloßer Begeisterung für die Musik zu ihren Instrumenten griffen. Denn Klezmer kommt ohne das Wissen um die Geschichte, um die Traditionen und ohne Archive nicht aus. Die heutigen Klezmer-Musiker müssen mithin Forscher am kollektiven Gedächtnis, Musik-Archäologen sein. Dem Vergessen entgegen spielt das Wiener Ensemble infolgedessen neben instrumentalen Musikstücken aus den traditionellen Klezmer-Gattungen der Hochzeits- und Festmusik auch jiddische Volkslieder, chassidische Lieder der frommen Juden und Theaterlieder. Ihr Auftritt zum 25jährigen Jubiläum der Ensemblegründung ist eine Reise in die Vergangenheit, die in der Gegenwart ankommt und ohne Trauer, jüdischen Humor und Lust am (Über-) Leben und der Musik nicht auskommen will.

Leon Pollak - Violine, Gesang und Moderation
Alexander Shevchenko - Akkordeon, Gesang
Maciej Golebiowski - Klarinette, Gesang
Michael Gmasz - Bratsche, Gesang
Michael Preuschl - Kontrabass, Gesang
Daniel Klemmer - Perkussion


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