World Music

Ensemble Hamnavazan


Eine der interessantesten Fragen des heutigen Musikschaffens ist die nach der Fortschreibung musikalischer Traditionen. Wie hören sie sich überhaupt an, wie können sie weiterbestehen im Allerlei eines durchkommerzialisierten, auf Hits der Popmusik zentrierten Musikmarktes?

Das Ensemble Hamnavazan aus dem Iran stellt eine mögliche Antwort dar. Dass die Mitglieder ausgewiesene Experten auf ihren Instrumenten sind, versteht sich. Darüber hinaus aber haben sie sich explizit der Pflege der kurdischen Liedtradition verschrieben. Die hört sich schon einmal anders an, als es das auf westeuropäische Klänge genormte Hören gewohnt ist: Charakteristisch für die auf epischen Gesangstraditionen basierende kurdische Musik sind Melodien mit einem Umfang von drei oder vier Tönen, die zu einer Liedform mit meist zwei Strophen geformt werden.
Gesungen wird zur und über die Arbeit, zur Tanzmusik, und meistens – wie wohl überall in der Welt – über die Liebe. Dass die Liebe im Zeitalter der Begegnungen von Ost und West eben so radikalen Veränderungen unterworfen ist wie die Musik, lässt noch einmal aufhorchen: Singt und spielt das Ensemble Hamnavazan nicht genau von diesen Veränderungen? So gehört, entfächert dieser Abend einen Horizont an Fragestellungen und einen bunten Strauß musikalischer Antworten.

Soheil Sanahmadi - Tar
Shahbaz Shahinpoor - Santour
Mohammad Khaledyan - Oud
Rashed Babashahabi - Kamanche
Anoush Mohseni - Tombak
Hamidreza Ojaghi - Daf
Jamschid Rezaei - Gesang
Farid Farajpoory - Gesang


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