Oper · Theater

Ensemble der Oper Graz - Musenkuss


Der prächtig bemalte Eiserne Vorhang, die goldenen Ornamente, die Stuckengel, die Komponisten-​ und Dichterportraits mitsamt Apollo und den Musen – all diese architektonischen Besonderheiten des Zuschauerraums der Oper Graz waren seit Wochen vor den Augen des Publikums verschlossen. Nun endlich ist der Dornröschenschlaf vorüber, denn das Grazer Opernensemble erfüllt mit Musik diesen Raum und nimmt dabei Bezug auf dessen Schönheiten. Die engelsgleiche Stimme von Tetiana Miyus schwebt auf die Besucher herab, denen Neven Crnić verrät, wie viele Frauen schon dem Charme des Don Giovanni erlegen sind. Anna Brull richtet sich als Orpheus an die Götter der Unterwelt, und Ivan Oreščanin erträumt sich ein vergangenes Glück.

Sieglinde Feldhofer und Ivan Oreščanin überlegen, wie sie in Zeiten des social distancing das Logenrund des Zuschauerraums zu einem verschwiegenen Stelldichein nutzen können, und Mareike Jankowski, Pavel Petrov und Dariusz Perczak präsentieren Ausschnitte aus „Don Carlo“, „Eugen Onegin“ und „Die Perlenfischer“. Von der Muse geküsst sind zudem Mario Lerchenberger, Wilfried Zelinka und Eva-​Maria Schmid, die – gemeinsam mit Sieglinde Feldhofer – mit Schubert, Brahms und Beethoven ihre Affinität zum Liedgesang unter Beweis stellen. Und da der Zuschauerraum der Oper Graz auch ein Ort der bildlichen Würdigung jener Komponisten und Dichter ist, die unser Theaterleben maßgeblich prägen, erinnern Eva-​Maria Schmid und Markus Butter an jenen Komponisten, dessen Musik zuallererst in der Oper Graz erklungen ist: Richard Wagner. Dass William Shakespeare Ratgeber in allen Lebenslagen ist, wissen Mario Lerchenberger und David McShane am allerbesten. Einen Konzertabend lang ist alles möglich, und so werden Engelbert Humperdincks Engel uns in den Schlaf begleiten, auf dass am nächsten Morgen die Sonne wieder scheinen möge.


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