Jazz

Enrico Pieranunzi Quartet


Enrico Pieranunzi mag sich an der Seite des fragilen Trompeten-Romantikers Chet Baker zurückgehalten haben, aber jeder, der den italienischen Pianisten live gehört hat, weiß, wie elektrisierend er sein kann, wenn er loslegt.

Das kann man auf „New Spring“, einer Live-Aufnahme aus dem Village Vanguard in New York, hören, und ein genauso entfesselter Donny McCaslin – der Saxophonist von David Bowie’s Blackstar Band – bringt die Stimmung im Saal zum Kochen. Pieranunzi wandelt in den Spuren von Bill Evans, Herbie Hancock und McCoy Tyner, aber der zeitgenössische Ansatz von McCaslin and Drummer Clarence Penn lässt das Ganze in neuem Licht erstrahlen. Das hymnische Tyner-Feeling von „Amsterdam Avenue“ erhält durch McCaslin’s melancholische Ausbrüche und Stakkato-Figuren eine gewisse Schärfe, und das Titelstück mit seinem kurvenden Sax-Thema und der im Kontrast dazu paradierenden Gegenstimme entlockt dem geschätzten Bandleader einige seiner jugendlich-kräftigsten Improvisationen. McCaslin’s Mix aus schaurig-schön verschliffener Intonation und explosiven Akzenten verleiht den balladesken Teilen Ecken und Kanten, und Pieranunzi pendelt bei „I Hear a Rhapsody“ zwischen Old School Swing-Ornamenten und Hancock’schem Drive. „New Spring“ ist eine „Alter Wein in neuen Schläuchen“-Produktion, für die man schwerlich einen besseren Namen hätte finden können. (John Fordham, The Guardian)

Ein Allstar-Quartett um den italienischen Pianisten Enrico Pieranunzi, der lange als europäischer Nachfolger von Bill Evans gefeiert wurde, mit vielen Größen des Jazz weltweit spielte und als Bandleader seit Jahren mehrtägige Shows im legendären Village Vanguard in New York City absolviert. An jenem legendären Ort entstand auch zusammen mit dem US-Saxofonisten Seamus Blake sein neues Projekt „New Spring“, das die beiden nun im Quartett live präsentieren mit dem Schlagzeuger und Jorge Rossy und dem virtuosen Bassisten Luca Bulgarelli.


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