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Fotografie Ausstellung · Ausstellung: Wissen

Endstation Sehnsucht. Eine Reise durch Yerushalayim–Jerusalem–Al Quds


Die Ausstellung „Endstation Sehnsucht. Eine Reise durch Yerushalayim/Jerusalem/Al Quds“ nimmt ihre Besucher mit auf eine Fahrt durch die Stadt, die Juden, Christen und Muslimen als heilig gilt.

Seit drei Jahren verbindet eine umstrittene Straßenbahn den Westen Jerusalems mit jüdischen Siedlungen im palästinensischen Ostteil der Stadt. In ihr begegnen sich orthodoxe Juden, säkulare Israelis und Palästinenser, Pilger, Stadtbevölkerung und Touristen. In ihr spiegelt sich die brisante Gegenwart der urbanen Gesellschaft von Jerusalem.
Die Ausstellung „Endstation Sehnsucht. Eine Reise durch Yerushalayim/Jerusalem/Al Quds“ nimmt ihre Besucher mit auf eine Fahrt durch die Stadt, die Juden, Christen und Muslimen als heilig gilt. Eine Stadt, die Menschen aus allen Teilen der Welt für sich beanspruchen und in der alle Konflikte der Vergangenheit und der Gegenwart ihren Ort haben.

Ganz unterschiedliche Gruppen leben dicht nebeneinander in Jerusalem, oft in voneinander getrennten Vierteln, begrenzt von Mauern oder Stacheldrahtzäunen. Dazwischen religiöse Touristen in eigenen Pilgerherbergen und Hotels. Dennoch begegnen sie sich – auf Märkten und in Einkaufszentren, in Spitälern und Parks und nicht zuletzt auf der Straße. Jeder legt sein eigenes Bedeutungsnetz über die Stadt, und blendet die anderen aus oder macht ihnen ihr Existenzrecht streitig. Pilgergruppen wandeln durch die Stadt wie durch eine Projektionsfläche ihrer heiligen Erzählungen.

Mit der Straßenbahn bewegen wir uns durch die verschiedenen „Jerusalem“, die nebeneinander und gegeneinander, oft am gleichen Ort sich gegenseitig verdeckend existieren. Wir fahren durch die Trümmer vergangener Utopien und zwischen den vielen Denkmälern der symbolischen und politischen Inbesitznahme der Stadt.

Die israelische Künstlerin Galia Gur Zeev hat für diese Ausstellung die Stadt erkundet und durchmessen, Station für Station unserer Ausstellungs-Straßenbahn entlang. Sie fotografierte Orte, an denen sich unterschiedliche historische oder gegenwärtige religiöse und nationale Deutungen aneinander reiben. Ihre Bilder sind ein dokumentarischer Blick auf die Stadt, verbunden mit einer sensiblen und kritischen Subjektivität: Bilder von glänzenden Sehenswürdigkeiten und verfallenden Häusern, von Mauern und Zäunen, Bilder von tristen und umstrittenen Gegenden.

Die Strecke der Straßenbahn ist gesäumt von Orten, an denen sich die Konflikte der Stadt entzündet haben und weiter entzünden. Jeder Ort hat seine eigenen Geschichten und steht für ein anderes Spannungsfeld. Auch die Straßenbahn durch Jerusalem selbst war von Beginn an umstritten, ihre Linienführung ein Politikum. Politiker behaupteten, dass sie den Osten und den Westen der Stadt und ihre verschiedenen Bevölkerungsgruppen miteinander verbinde. Ihre tatsächliche Planung aber bezog sich auf die jüdischen Siedlungen im Osten der Stadt und nicht auf die arabischen Stadtteile, die sie passiert. Dennoch ist die Straßenbahn für viele Bewohner der Stadt, gleich welcher Herkunft oder Religion, auch eine Hoffnungsträgerin geworden, steht sie doch für einen sehnlichen Wunsch, den viele Jerusalemer für ihre Stadt haben: den Wunsch nach Normalität.

Zu solch einer „Normalität“ könnte wenigstens „unsere“ Straßenbahn führen – zu einer Haltestelle, an der die unterschiedlichen Deutungen der Stadt zwar nicht miteinander verschmelzen, an der sie sich aber dennoch tolerieren könnten: zur Endstation Sehnsucht. Von dieser Haltestelle ist sie jedoch leider noch weit entfernt.


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