Theater

Empire


Was heißt Flucht? Was Heimat? Wie wird das Gesicht des neuen Europas aussehen? Mit „Empire“, dem abschließenden Teil seiner gefeierten Europa-Trilogie, zeigt der Schweizer Regisseur Milo Rau erstmals eine Arbeit beim steirischen herbst.

Sie stammen aus Griechenland, Syrien, Kurdistan und Rumänien. Zwei sind durch Flucht nach Europa gekommen, zwei leben an dessen Rändern. In „Empire“ gehen die drei Schauspieler und die Schauspielerin mit ihren eigenen Geschichten jenen Fragen auf den Grund, die beim täglichen Medienkonsum nur kurz und unbequem aufblitzen: Was ist Flucht? Was Heimat? Und wie wird das Gesicht des neuen Europas aussehen?

Mit dem abschließenden Teil seiner gefeierten Europa-Trilogie zeigt Milo Rau erstmals eine Arbeit beim steirischen herbst. Nicht umsonst ist der Schweizer einer der erfolgreichsten Künstler des Kontinents, den er seit Jahren gründlich unter die Lupe nimmt: Streitbar, konsequent und unaufgeregt reizt er die Möglichkeiten des Theaters aus, um nicht nur dokumentarisch, sondern höchst politisch aufzutreten. Das gelingt ihm durch Reenactments historischer Ereignisse und aufwändig inszenierte Prozesse ebenso bestechend wie nun, bei der Europa-Trilogie, über die Kraft des Erzählens.

Die Erzählenden in „Empire“ berichten von Verlust, Gefängnis, Tod und Wiedergeburt, aber auch darüber, wie sie diese Erfahrungen künstlerisch verarbeiten. Mit ihnen wagt Milo Rau ‒ nach den Themen Radikalisierung in Teil 1, „The Civil Wars“, und Vergangenheitsbewältigung in Teil 2, „The Dark Ages“ ‒ nun den Blick in eine ungewisse Zukunft. Intim und doch von epischer Größe entsteht das Porträt eines mythischen wie realpolitischen Imperiums. Sind Europas Traditionen gefährdet, oder ist die Migration nicht einfach eine davon?

In arabischer, griechischer, kurdischer und rumänischer Sprache mit deutschen Übertiteln
Talk nach der Vorstellung am Fr 14/10


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