Kunstausstellung

Emil Nolde - In Glut und Farbe


Zentrale Werke aus der reichen Sammlung der Stiftung Seebüll Ada und Emil Nolde werden zu sehen sein, darunter Landschaften, Meere, Bildnisse, Szenen aus der Großstadt Berlin, religiöse Bilder und Fantasien sowie ausgewählte Folgen von Aquarellen und Ungemalten Bildern.

Emil Nolde, 1867 als Emil Hansen im Dorf Nolde bei Tondern im deutsch-dänischen Grenzgebiet geboren, verbrachte seine Kindheit auf dem elterlichen Bauernhof. Nach seiner Ausbildung zum Holzbildhauer in Flensburg und darauf folgenden Wanderjahren als Möbeltischler war er als Fachlehrer für gewerbliches Zeichnen in St. Gallen tätig. Von der Münchner Kunstakademie abgewiesen besuchte er stattdessen private Malschulen und die Académie Julian in Paris. Der Verkaufserfolg einer Postkartenserie, in der er Bergen menschliche Züge verlieh, ermöglichte es ihm ab Mitte der 1890er-Jahre seine Tätigkeit als freier Maler. Nolde fand erst relativ spät und weitgehend eigenständig zur Kunst und zu seiner individuellen Ausdrucksweise. Nach den kunsthandwerklichen Anfängen führte ihn die Auseinandersetzung mit Meistern wie Leibl, Marées, Böcklin und der Besuch der Hölzel-Schule in Dachau zunächst zu einer stimmungsvollen, dunkeltonigen Gestaltungsweise, während er durch die Begegnung mit der Malerei der Spätimpressionisten wie van Gogh, Gauguin und Munch zu seiner eigenen Bildsprache fand.

Nach seiner einjährigen Zugehörigkeit zur Künstlergruppe Brücke trat Nolde der Berliner Secession bei. Später zählte er zu jenen Künstlern, die sich von dieser abspalteten und 1910 die Neue Secession gründeten. Von Anbeginn seiner künstlerischen Entwicklung an war sein Einsatz der Farbe zentrales Merkmal seiner Arbeiten, und häufige, auch weite Reisen prägten sein Werk. Nolde begann sein künstlerisches Schaffen in den St. Galler Jahren mit dem Aquarell, mit dem er es auch abschließt – die Malerei mit Wasserfarben war zeitweise sein einziges Ausdrucksmittel. Während des Malverbots, das 1941 mit dem Ausschluss der Reichskammer der bildenden Künste über ihn verhängt wurde, entstand im Geheimen das immense Alterswerk der Ungemalten Bilder, wie Nolde sie nannte: über 1.300 kleinformatige Aquarelle und Gouachen mit frei erfundenen, meist fantastischen Darstellungen.

Nolde war um eine unmittelbare, möglichst direkte Bildsprache bemüht. Entgegen dem eigenen Vorbehalt ist seine Malerei zweifellos als eigenständiger Beitrag dem Expressionismus als künstlerischer Bewegung und Stilrichtung zuzuordnen. Die Ausstellung im Unteren Belvedere entsteht in Kooperation mit der Stiftung Seebüll Ada und Emil Nolde. Zentrale Werke aus der reichen Sammlung der Stiftung Seebüll Ada und Emil Nolde werden zu sehen sein, darunter Landschaften, Meere, Bildnisse, Szenen aus der Großstadt Berlin, religiöse Bilder und Fantasien sowie ausgewählte Folgen von Aquarellen und Ungemalten Bildern.

Unteres Belvedere, Orangerie
Täglich 10 bis 18 Uhr
Mittwoch 10 bis 21 Uhr


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