Literatur

ELit - Europäische Literaturtage 2015


Die Europäischen Literaturtage gelten als Höhepunkt der Jahrestätigkeit von ELiT Literaturhaus Europa, welches im Mai dieses Jahres seine Tore öffnete. Mit Partnern in Deutschland, Frankreich, Slowenien, Großbritannien und der Ukraine hat das Literaturhaus Europa ein Observatorium für europäische zeitgenössische Literatur etabliert. Der Schwerpunkt liegt auf der Beobachtung, Erforschung, Diskussion und Publikation von literarischen Entwicklungen quer durch Europa.

Die Europäischen Literaturtage bestehen aus einem Symposium mit geladenen und akkreditierten
TeilnehmerInnen, das die Jahresthemen des Observatoriums der europäischen Gegenwartsliteratur
(www.literaturhauseuropa.eu) behandelt, und aus öffentlichen Lesungen und
AutorInnengesprächen europäischer AutorInnen, Filmvorführungen und Konzerten.

Ergänzt wird das Programm durch Workshops und Lesungen in Schulen und im Karikaturmuseum
Krems für junge LeserInnen. Die Kooperation mit den Europäischen Literatur-Jugendbegegnungen
(www.eljub.eu) bereichert die Europäischen Literaturtage um innovative Formen der
Literaturbegegnung.

„Die Ausgewanderten“

Ein zentrales Thema der Europäischen Literaturtage 2015 lautet Die Ausgewanderten, ein Thema,
das in den letzten Wochen besonders große Aktualität erlangt hat.

In ihrem Eröffnungsvortrag des Symposiums denkt die schottische Autorin A.L. Kennedy darüber
nach, ob und wie sich die europäische Gegenwartsliteratur durch die vermehrte Zuwanderung von
AutorInnen aus außereuropäischen Kulturen verändert. Ilma Rakusa, europäisch kosmopolitische
Autorin par excellence, reagiert auf Kennedys Vortrag, und dies vor dem Hintergrund einer eigenen
multikulturellen Familiengeschichte, die sie sagen lässt: „Ich bin eine europäische Schriftstellerin.
Meine Wurzeln wachsen in der Luft, nicht im Boden. Heimaten sind meine Heimat.“
Auf viele der eingeladenen AutorInnen trifft dies zu. Das literarische und geistige Europa ist reicher um
Themen, Formen und Perspektiven geworden.

Herausragende - längst europäische - AutorInnen wie Najem Wali, Iman Humaydan, Jamal
Mahjoub, Atiq Rahimi oder Marguerite Abouet u.v.a. erzählen vom 22. bis 25. Oktober, mit
welchem Kulturverständnis sie ihr Land verließen, wie sie die Sprache und Kultur des Landes
kennenlernten, in das sie einwanderten, und in welcher Rolle sie sich heute in dem Land, in dem sie
fortan leben, empfinden.

Diese Fragen betreffen auch die österreichische Autorin Anna Kim, mit Fragen der Migration
beschäftigt sich insbesondere ihr Wiener Autoren-Kollege Richard Schuberth.
Neben den Lesungen steht heuer erstmals ein Film auf dem Programm: Stein der Geduld des mit dem
Prix Goncourt ausgezeichneten französisch-afghanischen Autors Atiq Rahimi, der seinen Roman
selbst verfilmte. Der Autor spricht im Anschluss an die Filmvorführung über seine Arbeit.
Das Symposium der Europäischen Literaturtage widmet sich 2015 aber auch anderen Themen – der
Literaturlandschaft Frankreich, Tendenzen in der europäischen Gegenwartsliteratur und schließlich
Innovationen im digitalen Feld des Schreibens und Publizierens.

Vorbereitet sind die Diskussionen durch Blogs und Dossiers, die das ganze Jahr über zwei Mal
wöchentlich im Observatorium der Europäischen Gegenwartsliteratur veröffentlicht werden:
www.literaturhauseuropa.eu

Programm:

Literarische Soiree 1 „Europa! Europa!“ (22. 10, Krems)
Fachsymposium „Die Ausgewanderten/Literaturlandschaft Frankreich/literarische Trends in Europa/Innovationen im digitalen Feld“ (23.-25. 10., Spitz)
Literarische Soiree 2 „Auswanderer“ (23. 10., Spitz)
Film und AutorInnengespräch „Stein der Geduld“ (24.10., Krems)
Literarische Soiree 3 „Europäische Literatur und Spitzer Weine“ (24.10., Spitz)
Literarische-musikalische Matinee (25.10., Spitz)

Mit A.L. KENNEDY (GLASGOW), ANNA KIM (WIEN), ATIQ RAHIMI (PARIS), NAJEM WALI (BERLIN), ILMA RAKUSA (ZÜRICH), LENA GORELIK (BERLIN), CATCH-POP STRING-STRONG & RICHARD SCHUBERTH (WIEN) u.v.a.


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