Klassik

Elisabeth Leonskaja, Klavier


Nur wenige Klaviersonaten Schuberts wurden zu dessen Lebzeiten gedruckt – doch auch in den frühen, unveröffentlichten Werken findet Elisabeth Leonskaja «Unnachahmliches».

Aus heutiger Sicht ist es geradezu unverständlich, wie lange Schuberts Klaviersonaten im Schatten anderer, vor allen jener Beethovens standen. Erst in den letzten Jahrzehnten hat ein Umdenken statt gefunden. Interpreten haben diesen Umschwung herbeigeführt. Zu nennen sind vor allem Wilhelm Kempff, Walter Klien und Alfred Brendel, die, gleichermaßen in ihren Konzerten wie durch exemplarische Einspielungen der Sonaten, den Blick des Publikums auf diesen wichtigen Teil von Schuberts Schaffen lenkten.

Heute ist es neben Mitsuko Uchida und Sir András Schiff – zwei ebenfalls der Wiener Konzerthausgesellschaft sehr verbundenen InterpretInnen von außerordentlichem Rang – Elisabeth Leonskaja, die Grande Dame unter den Pianistinnen der Gegenwart, die immer wieder Schubert, und hier mit Vorliebe die Sonaten, auf ihre Programme setzt. In dieser Saison gleich zu einem Zyklus gebündelt, hat sie sich für die letzten beiden Abende der sechsteiligen Reihe Schuberts vorletzten und letzten Beitrag zur Gattung aufgespart; sinnreich ergänzt jeweils durch Werke des Suchens und des Übergangs. So gesellt sie am 19. Mai Schuberts vielleicht klangschönster und «pianistischster» Klaviersonate, jener in A-Dur D 959, ein Fragment (D 568) und die irrlichternde a-moll-Sonate D 784 aus den Jahren 1817 bzw. 1823 bei. Im Abschlusskonzert im Großen Saal firmiert dann mit der als «Wandererfantasie» bekannten C-Dur-Fantasie von 1822 wiederum ein «Experiment» als Bindeglied: Eine verkappte viersätzige Sonate mit – daher der Titel – dem Schubert-Lied «Der Wanderer» als Ausgangspunkt für den an zweiter Stelle stehenden Variationensatz.

Programm:

Franz Schubert

Sonate Es-Dur D 568 (1817)

Sonate a-moll D 784 (1823)






Sonate A-Dur D 959 (1828)


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