Oper

Otello


Rossini schrieb Otello 1816 im Auftrag des königlichen Theaters in Neapel zwischen dem Il barbiere di Siviglia und La Cenerentola. Wenn man eine wortgetreue Shakespeare-Vertonung erwartet, wird man allerdings enttäuscht wie Lord Byron, der in Venedig 1818 eine Aufführung sah und sich empörte: „Sie haben Othello zu einer Oper verunstaltet.“

Zu Rossinis Zeit waren Shakespeares Stücke auf dem Kontinent fast nur in bearbeiteten, zuweilen völlig entstellenden Fassungen bekannt. Betrachtet man aber Rossinis Oper als künstlerisch eigenständige Variante des Othello-Stoffes, kann man ihre außerordentlichen Qualitäten erkennen und den durchschlagenden Erfolg, den die Oper im 19. Jahrhundert hatte, verstehen. Vor allem in den eindringlichen Seelenporträts der Figuren und mit dem dritten Akt, in dem sich die emotionale Explosion begleitet von einem Gewitter, dem Ausbruch der Naturgewalten, vollzieht, sprengt Rossini die bis dahin übliche Nummernstruktur, hier findet man – wie der Rossini Spezialist Philipp Gossett meint – „die Wasserscheide zwischen der Oper des 18. und 19. Jahrhunderts“.

Otello, ein schwarzer Afrikaner, steht in den Diensten Venedigs. Für die Republik hat er siegreich eine Schlacht bei Zypern gewonnen und kehrt nun triumphal nach Venedig zurück. Heimlich ist er verlobt mit Desdemona, der Tochter des vornehmen Venezianers Elmiro. Auch der Sohn des Dogen, Rodrigo, begehrt Desdemona. Sowohl Elmiro wie Rodrigo hassen den fremden, erfolgreichen Einwanderer Otello, daher wäre Elmiro eine Verbindung seiner Tochter mit Rodrigo sehr willkommen. Schon länger jedoch beobachtet er beunruhigt eine wachsende Nähe zwischen Desdemona und Otello. Die Heirat mit Rodrigo wird deshalb umgehend anberaumt. Als überraschend Otello bei der Zeremonie erscheint, verweigert die zögernde Desdemona endgültig ihr Jawort gegenüber Rodrigo. Es wird offenkundig, dass Desdemona mit Otello verbunden ist. Mit Hilfe des ränkereichen Jago will nun Rodrigo Desdemona und Otello auseinanderbringen. Jago weiß um Otellos krankhafte Eifersucht und inszeniert eine Intrige mit Hilfe eines Briefs. Otello glaubt, dass Desdemona doch Rodrigo liebt und erdolcht sie. Als die Intrige aufgedeckt wird, tötet Otello reuevoll sich selbst.

Dramma per musica in drei Akten (1816)
Musik von Gioachino Rossini
Libretto von Francesco Maria Berio

In italienischer Sprache mit deutschen Übertitlen
Besetzung:

Musikalische Leitung
Antonello Manacorda
Inszenierung
Damiano Michieletto
Bühne
Paolo Fantin
Kostüme
Carla Teti
Licht
Alessandro Carletti
Otello
John Osborn
Desdemona
Nino Machaidze
Iago
Vladimir Dmitruk
Rodrigo
Maxim Mironov
Elmiro Barberigo
Fulvio Bettini
Emilia
Gaia Petrone
Doge
Nicola Pamio
Un gondoliere | Lucio
Julian Henao Gonzalez

Wiener Symphoniker

Arnold Schoenberg Chor (Ltg. Erwin Ortner)


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