Theater

Der fliegende Holländer


Als Richard Wagner 1839 auf dem Schiff nach England in mehrere Seestürme geriet, prägte sich ihm die Angst vor dem tobendem Meer tief ein. Angeblich hörte er dabei von den Matrosen auch die Sage vom fliegenden Holländer. Vollends inspirativ wirkte dann Heinrich Heines Verarbeitung dieser Sage in seinen Memoiren des Herren von Schnabelewopski.

In Paris erstellte Wagner den Entwurf einer Oper über das Thema und reichte ihn mit drei fertigen Nummern bei der Opéra ein – die Idee gefiel zwar, aber den Auftrag erhielt ein anderer. Zumindest brachte der Entwurf Wagner etwas Geld zum weiteren Überleben und zum Ankauf eines Klaviers, an dem er dann seine eigene Version komponierte. Mitte November 1841 war seine erste Fassung, die vor der Küste Schottlands spielt, fertig.

Die Aufzüge gehen dabei nahtlos ineinander über, denn Wagner wünschte, dass die Oper ohne Pause, quasi wie ein unaufhörlicher gewaltiger Sturm aufgeführt werden sollte. Der fliegende Holländer ist Wagners vierte Oper, mit ihr schließt er deutlich an die romantische Oper, die von Spohr, Weber und Marschner geprägt wurde, an.

Der fliegende Holländer muss als Strafe für Überheblichkeit gegenüber Gott – er schwor, nicht davon abzulassen, das Kap der Guten Hoffnung trotz schrecklichen Wetters zu umschiffen – für alle Zeit mit seinem Schiff auf dem Meer umherirren. Alle sieben Jahre darf er an Land. Findet er dort eine Frau, die ihm treu bleibt, könnte er erlöst werden. Bislang ist das nicht gelungen.

Als der nächste Landgang bevorsteht, trifft der Holländer auf den Kaufmann Donald. Dieser verspricht ihm gegen eine Summe Geldes seine Tochter Senta zur Frau. Erstaunlicherweise ist Senta schon immer in den Holländer verliebt gewesen, denn im Hause hängt ein Porträt des Holländers, das sie von Kindheit an angehimmelt hat. Ihr Verehrer, der Jäger Georg, war auch stets eifersüchtig auf das Bild. Insofern lässt sich die von Donald initiierte Paarzusammenführung gut an: Senta ist beglückt, dem Mann ihrer Träume anverlobt zu sein. Georg aber ist wütend. Als der Holländer einen Streit zwischen Senta und Georg teilweise belauscht, glaubt er, auch Senta sei ihm untreu geworden und segelt ab. Aber Senta beweist ihre Treue, indem sie sich dem absegelnden Schiff hinterher ins Meer stürzt.

Romantische Oper in drei Aufzügen (1841, Urfassung)
Musik & Libretto von Richard Wagner
In deutscher Sprache mit deutschen Übertiteln

Besetzung

Musikalische Leitung

Marc Minkowski
Inszenierung

Olivier Py
Ausstattung

Pierre-André Weitz
Licht

Bertrand Killy
Der Holländer

Samuel Youn
Senta

Ingela Brimberg
Donald

Lars Woldt
Georg

Bernard Richter
Der Steuermann

Manuel Günther
Mary

Ann-Beth Solvang
Orchester

Les Musiciens du Louvre

Arnold Schoenberg Chor (Ltg. Erwin Ortner)


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