Theater

Ein schöner Hase ist meistens der Einzellne


Ernst Herbeck und August Walla. Wenngleich die beiden Künstler einige medizinische Diagnosen und biographische Stationen teilen, könnten sie unterschiedlicher kaum sein.

Walla, der als Kind den Tod seiner Großmutter miterlebt und diesen als Zusammenbruch des Universums deutet, beginnt einen Kosmos jenseits der Welt und des Himmels zu erschaffen: ein umfassendes, mit Symbolen und Sprachen bevölkertes, phantastisches Reich, dessen Gott er selbst ist. Herbeck hingegen schweigt. Er wird mit einer Lippen-Kiefer-Gaumenspalte geboren, die seine Sprechfähigkeit stark beeinträchtigt. Bei ihm ist nicht das Trauma prägend, sondern das Stigma – eine von Anbeginn bestehende körperlich-sprachliche Versehrtheit. Das Stück erzählt die Geschichte dieser beiden Menschen. Doch welche Art Geschichte? Eine der Geisteskranken? Eine der gesellschaftlichen Opfer? Oder eine zweier genialischer Künstler? Weder Herbeck noch Walla wollten jemals Künstler sein. Im Stück stehen sie da und schweigen. Es sind die sie umgebenden Stimmen, Blicke und Zeiten, die sie vernichten und erschaffen: als Kranke, Produkte oder Genies. Der stumme Einzeller des Wahnsinns gibt immer einen schönen Hasen ab.

Regie & Ausstattung Susanne Lietzow Video Petra Zöpnek Videoton Gilbert Handler Licht & Tontechnik Harald Michlits Videotechnik Manfred Walser Maske Julia Beyer Bühnenbau Roland Ploner

mit Dietmar Nigsch & Peter Badstübner


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