Literatur · Theater

Ein Leben wie bei Tschechow


Lesung aus dem Werk von Swetlana Alexijewitsch. Es lesen Philipp Hauß und Dörte Lyssewski

Die frischgekürte Literaturnobelpreisträgerin Swetlana Alexijewitsch war am 20. November 2014 in der Reihe Grenzgänger / Grenzdenker zum Thema „Putins neues Russland“ bei uns zu Gast. Anlässlich der Nobelpreisverleihung wiederholen wir die Lesung mit Dörte Lyssewski und Philipp Hauß in erweiterter Form.

Mit dem Nobelpreis 2015 wurde eine so großartige wie mutige Schriftstellerin geehrt, die sich nie scheute, scharfe Kritik an den Zuständen in ihrer Heimat Weißrussland wie auch in Putins Russland zu üben.

Ohne auf ihre eigene Sicherheit zu achten, verurteilte Swetlana Alexijewitsch die Annexion der Krim und die bewaffnete Intervention Russlands in der Ostukraine. So verwundert es nicht, dass die regimehörigen russischen Autoren und Kritiker auf die Verleihung des Nobelpreises mit Wut und Schmähungen reagierten.

Die Schwedische Nobelpreis-Akademie nannte in ihrer Begründung das polyphone Schreiben von Swetlana Alexijewitsch „ein Monument für das Leiden und den Mut in unserer Zeit“. Ihre Bücher über den Zweiten Weltkrieg, über das Leiden der sowjetischen Soldaten im Afghanistan-Krieg, über die Erfahrungen der Menschen, die mit der Katastrophe von Tschernobyl konfrontiert wurden, und schließlich über das Leben des Homo sovieticus auf den Trümmern des Sozialismus sind heute so aktuell wie je.

„Wir waren bereit, für unsere Ideale zu sterben. Dafür zu kämpfen.“


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