Literatur

Ein Kind im Wartezimmer der Polizei oder Die Filiale der Hölle auf Erden


Joseph Roth wurde von einem Mitemigranten in Paris einmal „als der wahrscheinlich größte Dichter unter den anständigen Menschen“ bezeichnet. Der geniale Erzähler, der Journalist und glühende k.u.k. Österreicher, der aus Galizien stammende Jude, der „christliche Weihnachtsgrüße aus jüdischem Herzen“ versandte, der kompromisslose Antifaschist war freilich auch ein großer Polemiker.

Die „famosen“ Kleinbürger nahmen ihm nicht nur seine Heimat Österreich, oder besser das, was von seiner verzweifelt geliebten Monarchie übrig war, sondern auch seine Identität als Schriftsteller, sie warfen ihn aus der deutschen Sprache hinaus ins Exil. In seiner Phantasie blieb Roth der junge k.u.k. Leutnant Trotta, das alte Österreich mit seinem alten Kaiser, „die kalte Sonne der Habsburger, die aber Sonne war“, blieb sein zu Hause bis zu seinem Tod in Paris. Sein erzählerisches Werk ist heute Weltliteratur, seine wunderbaren journalistischen Feuilletons hingegen sind weniger bekannt. Ernst Konarek stellt sie in seinem Streifzug durch den literarischen Kosmos von Josef Roth den Romanen und Erzählungen des Autors gegenüber.


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