Theater

Ein Kellner, ein Gast, eine Hure


Irgendwann gegen Ende des vergangenen Jahrtausends beklagte der Intendant des Ensemble Theaters am Wiener Petersplatz einem befreundeten Dichter gegenüber die bedrohliche Unterdotierung seines Hauses, die künstlerische Qualitätsarbeit nur in kleiner Besetzung erlaube, zum Beispiel das Ein-Personen-Stück Samuel Becketts „Das letzte Band“ oder Ähnliches. Das höchste der Gefühle wäre ein Stück für drei Personen, das sei finanziell gerade noch zu stemmen. Er habe auch schon einen Titel dafür, meinte er: EIN KELLNER, EIN GAST, EINE HURE!

Der Dichter nahm diese Herausforderung leichtfertig ernst und merkte in den folgenden Jahren, dass Stücke für drei Schauspieler dramaturgisch verflucht schwierig zu bauen sind. Nach mehreren misslungenen Anläufen konnte er das Stück schließlich doch dem Regisseur überreichen, gerade noch rechtzeitig zu dessen 70. Geburtstag, aber zu spät für eine Realisierung, denn der Intendant hatte sein Haus soeben in die Hände der jüngeren Generation übergeben…

Aber wie das Leben so Theater spielt: Der Regisseur konnte das Material nach einer schweren Krankheitsphase therapeutisch zur Regeneration nutzen und so kommt es, dass

EIN KELLNER, EIN GAST, EINE HURE

von Heinz Rudolf Unger in der Regie von Dieter Haspel, Realisiert durch Mirza Prince und mit Schauspielern: Carmen Maria Jahrstorfer, Max Gruber und Manuel Prammer im Aera seinen Gastauftritt hat.


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