Literatur

Ein Blick in die Wunderkammer


In statu nascendi, sagten die alten Römer: im Zustand des Geborenwerdens. In der Chemie benennt man damit den Moment des Entstehens … die Chemie zwischen Autor / Autorin und langem Text muss stimmen, irgendwann am Ende des jahrelangen Schaffensprozesses, der oft mit einer Schwangerschaft verglichen wird. Wir wollen einen Blick in ein paar Brutkästen – Pardon: Textlabors des Landes werfen und haben drei Autoren gebeten, uns Einblick in große Projekte gewähren zu lassen, die knapp vor Abschluss stehen.

Reinhold F. Stumpf ist ins Burgenland mit all seinen Widersprüchen regelrecht verliebt. Seine Geschichten rund um krause (fiktionale!) Figuren sind hier angesiedelt und drehen sich um den renitent-sturen Optimismus, mit dem die Protagonisten ans Werk gehen. Wenn sie auch in absurde Konflikte geraten, bringen sie dennoch da und dort einen Strauß zum Fliegen …
Helmut S. Milletich, der mit Romanen wie „Tod in Eisenstadt“ und „Das Elend der Männer“ zu einem Chronisten des Burgenlandes mitsamt seinen Abgründen geworden ist, arbeitet an einem neuen Roman zu den Geschehnissen des Jahres 1921.
Wolfgang Millendorfer widmet sich der Geschichte eines Mannes, dem von außen betrachtet nichts zu fehlen scheint, in dem es aber brodelt. Der Plan, sich aus der Verantwortung zu stehlen, er selbst zu sein, funktioniert nicht …

Lesungen mit R. F. Stumpf, H. S. Milletich, W. Millendorfer in der OHO-Galerie


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