Theater

Ein bisschen Ruhe vor dem Sturm


Thomas Bernhards “Der Theatermacher” trifft auf Bernd Eichingers “Der Untergang”.

Komödie für zwei Hitler-Darsteller und einen Goebbels
von Theresia Walser
Eine Produktion der Juggernauten aus dem Theater Nestroyhof/Hamakom Wien

“Schauspieler, die Applaus brauchen, sind arme Affen. Applaus war mir immer peinlich, dieses sich wieder und wieder Verbeugen müssen, wenn es nicht aufhören mag, dieses Geklatsche, und man fünf-, sechs-, sieben-, oft zehnmal hinaus muss, nur weil das Publikum nicht genug kriegt. Ich brauche keinen Applaus. Ich spiele für die Sache.”

Drei Schauspieler sitzen im Fernsehstudio und warten auf ihren Auftritt. Gleich werden sie in der Kultursendung über die Grenzen der Theaterkunst diskutieren. Sie wissen, wovon sie reden. Zwei von ihnen haben sich als Hitler-Darsteller bewährt, der dritte als Goebbels. Ihr Auftritt verzögert sich, also kommen sie ins Gespräch.

Thomas Bernhards “Der Theatermacher” trifft auf Bernd Eichingers “Der Untergang”: Ein fundamentalistischer Kulturkampf zwischen dem alten “Naturalismusschwindel, bei dem man wie vor hundert Jahren Text aufsagt!” und den “narzisstisch überdrehten Provokationsdeppen, die sich in Selbstbespiegelung suhlen!” – Aber ebenso zwischen denen, die als Hitler Schokoladekuchen gegessen und dabei bei jeden Bissen die Vernichtung mitgespielt haben und jenen, die nie versuchten, unten im Bunker als Hitler ihre Suppe bösartig zu essen.

Es spielen: Andreas Patton, Simon Hatzl, Heinz Weixelbraun
Regie: Hans-Peter Kellner
Regiessistenz: Andrea Ozabalova, Luisa Berghammer
Regieassistenz: Andrea Ozabalova, Luisa Berghammer
Eine Produktion der Juggernauten aus dem Theater Nestroyhof/Hamakom


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