Theater

Ein Bericht für eine Akademie


1909 beobachtete Franz Kafka den Auftritt eines dressierten Schimpansen in einem Varieté in Prag, was ihn zu seinem berühmten Monolog „Ein Bericht für eine Akademie“ inspirierte. Der von einer Expedition in Afrika gefangen genommene Affe Rotpeter erzählt den gelehrten Herren einer Akademie (dem Publikum), wie er es schaffte, dem Käfig zu entkommen. Ganz einfach und ganz furchtbar schwer: er verwandelt sich durch absolute Selbstverleugnung, durch perfektes Nachahmen und durch manisches Lernen in einen Menschen und wird ein umjubelter Varietékünstler. Felix Mitterer hat eine eigene Fassung erarbeitet, in der wir auch erleben, womit der Affenmensch im Varieté reüssiert. Er singt dazu alte Schlager – besser gesagt, der Schimpanse Rotpeter lässt sich dazu herab Hits wie „Hoppla, jetzt komm ich!“ oder „Ein Freund, ein guter Freund“ anzustimmen. Rotpeter will überleben. Er fügt sich allem menschlichem Wahnsinn, denn die einzige Alternative zum Varieté ist das Gefängnis. Ein faszinierender Text, beeindruckend verkörpert von einem großen Künstler.

Felix Mitterer spielt zum letzten Mal den Affen Rotpeter
Juliana Haider - Saxophon, Gesang, Klangskulptur, Komposition
Siggi Haider - Akkordeon, Gesang, Perkussion, Komposition


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