Literatur

Ein Bericht für eine Akademie


Cornelius Obonya liest aus "Ein Bericht für eine Akademie" und andere ausgewählte Texte von Franz Kafka Franz Schuh - Textauswahl

Cornelius Obonya liest aus "Ein Bericht für eine Akademie" und andere ausgewählte Texte von Franz Kafka



Franz Schuh - Textauswahl

1909 beobachtete Franz Kafka den Auftritt eines dressierten Schimpansen in einem Varieté in Prag, was ihn zu seinem berühmten Monolog Ein Bericht für eine Akademie inspirierte. Der von einer Expedition in Afrika gefangen genommene Affe Rotpeter erzählt den gelehrten Herren einer Akademie (dem Publikum), wie er es schaffte, dem Käfig zu entkommen. Ganz einfach, und ganz furchtbar schwer: er verwandelt sich durch absolute Selbstverleugnung, durch perfektes Nachahmen und durch manisches Lernen in einen Menschen und wird ein umjubelter Varietékünstler. Ein faszinierender Text, der von den Leiden der absoluten Anpassung, der versuchten vollständigen Assimilation erzählt.

Cornelius Obonya wurde 1969 in Wien als Sohn der Burgschauspieler Elisabeth Orth und des Hanns Obonya geboren, seine Großeltern mütterlicherseits waren Paula Wessely und Attila Hörbiger. Mit 17 Jahren ging er ans Max-Reinhardt-Seminar um Schauspiel zu studieren, verließ es aber nach einem Jahr, um beim Kabarettisten Gerhard Bronner zu lernen. Bronner gehörte zu den wichtigen Begegnungen in seinem Beruf ebenso wie Emmy Werner, die ehemalige Direktorin des Volkstheater Wien und Andrea Breth, mit der er viele Jahre an der Schaubühne Berlin und auch am Burgtheater Wien gearbeitet hat. Zwischen 1992 und 1999 spielte er an der Schaubühne am Lehniner Platz in Berlin unter der Direktion von Andrea Breth, in deren Inszenierungen er bis heute oft mitwirkt. Außerdem arbeitet er mit Klaus Michael Grüber, Luc Bondy und Robert Wilson zusammen. Er spielte in Klaus Michael Grübers Uraufführung Splendid‘s von Jean Genet und Bleiche Mutter, zarte Schwester von Jorge Semprún beim Kunstfest Weimar. In der 1999 vom Deutschlandradio Berlin produzierten Hörspielreihe Cocktail für zwei von Michael Koser sprach er die Hauptfigur Felix. Seit 2000 ist er Ensemblemitglied des Burgtheaters in Wien. Er hatte einen Soloabend im Vestibül (Burgtheater) mit dem Titel Ecklokal mit Verlierer und trat als Frosch in der Fledermaus an der Wiener Staatsoper auf. Neben der Bühne ist er auch in Film und Fernsehen präsent und verkörperte 2008/09 die Hauptrolle in der deutschsprachigen Uraufführung des Broadway-Hit-Musicals The Producers im Wiener Etablissement Ronacher und im Admiralspalast in Berlin. 2010/11 stand Cornelius Obonya in Cordoba – Das Rückspiel im Wiener Rabenhof auf der Bühne, einer von der Kritik hochgelobten One-Man-Show, in der er in verschiedenen Dialekten mehrere Rollen verkörperte. Für seine herausragende Leistung in diesem Stück erhielt er 2011 den Salzburger Stier. Seit 2013 spielt er bei den Salzburger Festspielen den Jedermann.

Franz Schuh, Schriftsteller und Philosoph, 1947 in Wien geboren. Buchautor und Kritiker; Kolumnist, u. a. für Die Zeit, Neue Zürcher Zeitung und Literaturen. Lehrbeauftragter an der Hochschule für angewandte Kunst in Wien. Zahlreiche Auszeichnungen, u.a. Österreichischer Staatspreis für Kulturpublizistik (1985), Jean Améry-Preis für Essayistik (2000), Essay-Preis Tractatus des Philosophicum Lech (2009), Goldenes Verdienstzeichen des Landes Wien (2009). Zahlreiche Veröffentlichungen, u. a.: Der Stadtrat. Eine Idylle (1995), Schreibkräfte. Über Literatur, Glück und Unglück (2000), Schwere Vorwürfe, schmutzige Wäsche (2006), Hilfe! Ein Versuch zur Güte (2007), Memoiren. Ein Interview gegen mich selbst (2008), Der Krückenkaktus (2011), Sämtliche Leidenschaften (2014).

Kartenpreis: € 31,-


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