Tanz · Theater

Editta Braun Company - Paula


"Heimatlandl" sang Iris Heitzinger in ihrer letzten Produktion und traf damit bei Editta Braun einen zentralen Nerv. Sie wusste schon lange, dass sie mit der charismatischen jungen Tänzerin und Choreografin arbeiten wollte, deren Bewegungsqualitäten sie ebenso schätzt wie ihre Choreografien.

Die überfällige Zusammenarbeit beglückt nun beide durch eine tiefe Komplizität, die sich aus der gemeinsamen Herkunft speist, aus ländlich-kleinstädtischer Sozialisation und verbindenden Erinnerungen. Das Arbeiten im Dialekt eröffnet zusätzliche Dimensionen von Einverständnis. Als Inspirationsquelle dienten zwei Romane: In "Die Wand" erzählt die gleichfalls aus Oberösterreich stammende Marlen Haushofer von einer Frau, die in der Einsamkeitder Berge, mitten unter Tieren, plötzlich ganz auf sich gestellt ist, abgeschnitten vom Rest der Welt – oder was davon noch übrig ist. An Sten Nadolnys "Ein Gott der Frechheit" faszinierte Editta Braun die Rolle des Metalls als Inbegriff der modernen Welt, Symbol der Inbesitznahme der Natur durch den Menschen. Von hier ausgehend, schaffen Editta Braun und Iris Heitzinger im von Arturas Valudskis geschaffenen Spiel-Raum, getragen von Thierry Zaboitzeffs Kompositionen, gemeinsam eine kleine Welt, in der erstaunlich viel Platz ist für Menschliches.

Tanz, Kreation, Performance, Choreografie: Iris Heitzinger|
Komposition: Thierry Zaboitzeff|Bühne: Arturas Valudskis|
Lichtdesign: Thomas Hinterberger|
Dramaturgie: Gerda Poschmann-Reichenau|Regie: Editta Braun|
Inspirationsquellen: Marlene Haushofer: Die Wand (Hamburg 1968), Sten Nadolny: Ein Gott der Frechheit (München 1994)


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